Forschung aktuell

  • April 2017: Fortsetzung der Feldforschungen im sog. Forum von Brigantium/Bregenz (A)

    Zwischen dem 20. März und dem 21. April 2017 wurden die Grabungstätigkeiten im Forumskomplex fortgesetzt. Nachdem bereits im Herbst 2016 die Schichtabfolgen des Haupteingangsbereichs im Süden der Anlage systematisch ergraben und weitgehend abgetragen werden konnten, sollte die Fortsetzung der Feldarbeiten Charakter und Chronologie einer Vorgängerbebauung klären. Im Rahmen einer tiefgreifenden Neuordnung des nördlichen Siedlungsgebietes wurden zumindest auf der untersuchten Fläche Streifenhäuser systematisch abgetragen, um Platz für die Forumsanlage zu schaffen. Bemerkenswert erscheint, dass weite Abschnitte dieser Mauerzüge als Fundament für die jüngere Forumsanlage genutzt wurden.

    Die beiden z. T. freigelegten Gebäude lagen beidseits einer rechtwinklig von der Hauptstraße abzweigenden Nebenstraße und lassen eine vergleichsweise frühe Parzellierung des Areals vermuten. Kennzeichnend für die beiden Streifenhäuser war ein akkurat gesetztes Sockelmauerwerk aus behauenen Flussgeröllen, das nach Ausweis stratifizierten Fundmaterials in claudischer Zeit und somit wesentlich früher errichtet worden war, als bis dato für derartige Gebäude in Brigantium vermutet wurde. In diesem Befundzusammenhang geborgene Dendro-Proben dürften die chronologischen Eckdaten dieser Gebäude weiter präzisieren. Des Weiteren ließ sich eine ältere, dichte Holz-Fachwerkbebauung nachweisen: Erste Gebäude wurden in den Dekaden um Christi Geburt errichtet und sind als älteste Nutzung des Areals überhaupt anzusehen. Der Vergänglichkeit des Baumaterials geschuldet, dürfte eine Erneuerung in tiberischer Zeit notwendig geworden sein, ehe ein größeres Brandereignis diese erste Siedlungsperiode beendete. Die konstruktiven Merkmale der Gebäude, ihre Ausrichtung an der römerzeitlichen Hauptstraße und nicht zuletzt das Fundmaterial lassen keinen Zweifel daran, dass der bis dato sich lediglich im Fundspektrum von Altgrabungen abzeichnende, aber im Befund schwer greifbare Lagervicus der frühkaiserzeitlichen Militärlager auf dem Bregenzer Ölrain lokalisiert werden konnte.

     

    Wissenschaftliche Leitung: Karl Oberhofer. Kooperationspartner: TALPA GnbR – Büro für archäologische Dienstleistungen (http://www.talpa-archaeologie.at); vorarlberg museum (http://www.vorarlbergmuseum.at).

     



  • März 2017: Grabungs- und Vermessungskampagne in Baiae

     

    Vom 14.03. – 14.04.2017 konnte das Archäologischen Institut der Universität zu Köln unter Leitung von M. Nieberle im Rahmen seines Dissertationsprojektes mit freundlicher Genehmigung und logistischer Unterstützung durch die Soprintendenza Archeologica della Campania eine Ausgrabungs- und Vermessungskampagne in Baiae durchführen.

    Insgesamt wurden 5 kleinflächige Sondagen an verschiedenen Stellen im Areal des Archäologischen Parks von Baiae geöffnet. Ziel  war es die vorhandenen Baustrukturen erstmals durch stratigraphische Grabungen zeitlich besser einordnen zu können. Obwohl eine detaillierte Auswertung der Fundkeramik durch Frau Dr. Paola Vivacqua noch nicht abgeschlossen ist, scheinen die meisten Funde aus dem 1. und 2. nachchristlichen Jahrhundert zu stammen. Die Funde belegen intensive bauliche Veränderungen im genannten Zeitraum, die möglicherweise als großflächige Erschließungsmaßnahmen gedeutet und durch eine Innebsitznahme durch den Kaiser erklärt werden können.

    Des Weiteren wurden bei drei Sondagen große Mengen an    Wanddekoration von Vorgängerphasen gefunden – bei Sondage 3 sogar Wandmalerei des 2. Pompejanischen Stils, der bislang im Archäologischen Park nicht belegt ist. Sie dienten als Planierungsmaterial    in späteren Terrassierungen, die vermutlich ebenfalls der großräumigen Erschließungs- und Veränderungsmaßnahme geschuldet sind.   Eine genauere Auswertung der Sondagen und des zu Tage geförderten Materials sowie eine abschließende Interpretation ist jedoch nötig, um diese Hypothesen zu untermauern.

    Neben den Ausgrabungsarbeiten wurde auch die Dokumentation mittels 3D-Laserscanner fortgesetzt. Die Vermessung, die bereits im Jahr zuvor begonnen worden war und dank einer Kooperation mit den Instituten für Baugeschichte und Denkmalpflege sowie Baubetrieb und Vermessung an der TH Köln möglich war, wurde vor Ort von Dipl.-Ing. Jost Broser und Dipl.-Ing. Sabrina Geiermann durchgeführt. Nach zwei Kampagnen und insgesamt 9 Wochen Vermessungsarbeit liegen nun 90% der Baustrukturen des Archäologischen Parks, inklusive der drei großen Rundbauten als hochpräzises dreidimensionales Abbild vor. Das Potential dieser gesammelten Daten ist hoch und die weiteren Auswertungsmöglichkeiten vielfältig. Zunächst sollen neue Pläne und Schnitte aus den Messdaten gewonnen werden.

     

    Teilnehmer: M. Nieberle (Leitung, Organisation und Koordination, AI UzK), S. Geiermann (Durchführung der Laserscan-Vermessung, AI UzK), J. Broser (Durchführung der Laserscan-Vermessung, IBD TH Köln), P. Vivacqua (Keramik), T. Eichhorn, M. Faupel, N. Gehrmann, T. Grimberg, M. Klefke, K. Miller, E. Rucinski, L. Schadow, M. Schuh, A. Skolik, O. Steinert, M. Thurn, J. Wertz, K. Zerzeropulos (studentische Mitarbeiter). Kooperation: TH Köln, Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege (IBD), Insitut für Baubetrieb und Vermessung; Soprintendenza Archeologica della Campania. Finanzierung: Fritz Thyssen Stiftung

     



  • März 2017: Erste Testgrabungen im römischen Kastell von Tel Shalem (Israel)

    Am Fuß des bronzezeitlichen Tel Shalem im nördlichen Jordan-Tal, circa 11 km südlich von Bet Shean wurde bereits früher aufgrund des Funds einer Vexillatio-Inschrift der Legio VI Ferrata die Existenz eines römischen Militärlagers vermutet. Zusätzliche Bedeutung gewann der Ort durch den sensationellen Fund einer hervorragend erhaltenen Bronzestatue Hadrians und mehrerer Fragmente eines riesigen Bogenmonuments, ebenfalls aus hadrianischer Zeit. Das Archäologische Institut der Universität zu Köln führte daraufhin in den Jahren 2008 und 2013 großflächige geophysikalische Prospektionen durch, die tatsächlich die Existenz zweier übereinanderliegender Militärlager erwiesen.

    In Kooperation mit dem Israel Museum, der Hebrew University und dem Macalester College konnte nun vom 12. bis 2.3.2017 eine erste zweiwöchige Testgrabung durchgeführt werden. Im Zentrum der Untersuchungen stand das Fahnenheiligtum der Principia. Es ist im Prospektionsbefund als ca. 18 m langer und 9 m breiter Raum erkennbar, der im Westen in einer großen, halbrunden Apsis schließt. Die hier durchgeführte 9 x 9 m große Sondage bestätigte den Grundriss und erbrachte außergewöhnliche Befunde. Zunächst zeigte sich, dass die gesamte Anlage vermutlich im 3. Jh. gezielt aufgelassen und intentionell einplaniert wurde. Trotz der hierdurch verursachten systematischen Zerstörungen kann die Struktur der Anlage weitgehend rekonstruiert werden.

    Die Außenmauer und die Apsis des Fahnenheiligtums waren mit einem Meter Durchmesser auffallend massiv ausgelegt. Sie bestanden offenbar aus einem knapp ein Meter hohen Steinsockel auf dem ursprünglich Lehmziegel aufsaßen, welche in der Einplanierungsmasse des Raums nachweisbar waren. Im Zentrum der Apsis war eine zweite kleinere Rundnische eingetieft, die vermutlich zur Aufnahme des Feldzeichens bestimmt war (s.u.). Der Innenraum wies zwei Dekorationsphasen auf. Zunächst war das Fahnenheiligtum als einschiffiger Saalraum angelegt. Sein Fußboden bestand aus weißem Stuck, der mit exakt ausgeführten Fugenstrichen großformatige Steinplatten nachahmte.

    In einer zweiten Nutzungsphase wurde der Raum durch zwei Reihen freistehender Säulen in drei Schiffe gegliedert. Weitere Säulen wurden korrespondierend entlang der Außenmauern aufgestellt, so dass eine dicht gedrängte, barock anmutende Säulenarchitektur ähnlich einer Tempelcella entstand. Mit diesem Umbau erfolgte auch die Erneuerung des Fußbodens, der im Zentrum in einem vollständig erhaltenen, polychrom ornamentierten Mosaik bestand, während in den Seitenschiffen einfache Estrichböden verwendet wurden. Unmittelbar vor der Apsis fand sich in einer großen tabula ansata eine Mosaiksinschrift mit einer Weihung an das „Capricornum“, das Feldzeichen der Ala VII Phrygum. Als Stifter tritt der ritterliche Alen-Präfekt Pomponius Sanctianus in Erscheinung. Zahlreiche Ziegelstempel aus der Planiermasse im Innern des Raumes bestätigen die bauliche Urheberschaft der Anlage durch die 7. phrygische Ala. Zudem dokumentieren sie einen weiteren Präfekten namens Perantius (sic) Antoninus. Beide Präfekten der Reitereinheit wie auch die Lokalisierung der 7. Ala, die ab dem späten 1./frühen 2. Jh. in Palästina stationiert gewesen sein dürfte, waren bislang unbekannt. Aufgrund der intentionellen Auflassung des Lagers konnte bislang wenig datierendes Fundmaterial geborgen werden. Die vorläufige Auswertung der Keramik aus den bauzeitlichen Schichten weist generell auf das 2. Jh.n.Chr., Architektur und Mosaikdekor der zweiten Ausstattungsphase eher auf das spätere 2. oder frühe 3. Jh. hin. Für eine genauere chronologische Einordnung sind jedoch weitere Ausgrabungen nötig.

    Die hier untersuchte Principia gehört zum jüngeren der beiden übereinanderliegenden Kastelle. Vorläufig kann vermutet werden, dass das ältere Lager der inschriftlich nachgewiesenen vexillatio der Legio VI Ferrata zuzuweisen ist, während nun gesichert ist, dass das jüngere von der Ala VII Phrygum errichtet wurde. Die Gründe für die Zäsur zwischen den beiden Belegungsphasen sind bislang unklar, könnten jedoch mit dem Bar Kochba-Aufstand und seinen Folgen in Verbindung stehen.

    Teilnehmer: M. Heinzelmann, B. Arubas, D. Mevorach, A. Overmann (Leitung), Ch. Schöne (Organisation), M. Angenendt, Sh. Moshfegh Nia, L. Niehues, F. Nietschke, A. Schröder, D. Wozniok, K. Zerzeropoulos sowie zahlreiche freiwillige Helfer aus der Umgebung

    Kooperation: Israel Antiquity Authority, Hebrew University, Israel Museum, Macalester College. Wir danken ferner dem Kibbutz Tirat Zvi für umfassende logistische Unterstützung.

     



  • Februar 2017: Dritte Forschungskampagne in der Nabatäerstadt Elusa (Israel)

    Im Rahmen des GIF-geförderten Elusa-Projekts fand vom 12.2. bis 11.3.2017 eine weitere vierwöchige Forschungskampagne statt. Hauptziel der Unternehmung ist die Untersuchung der urbanistischen Struktur und Entwicklung dieser am Nordrand des Negev gelegenen Nabatäerstadt von ihrer Gründung im 3. Jh.v.Chr. bis zur Aufgabe im 8. Jh. Wie bereits in den vorangegangenen Kampagnen wurden verschiedene Arbeiten parallel durchgeführt. Zum einen konnte der Oberflächensurvey, bei dem sämtliche Mauerstrukturen, Architekturfragmente und weitere für die Funktion der Gebäude relevante Fundgattungen systematisch erfasst werden, vollständig abgeschlossen werden. Die Auswertung erfolgt nun im Rahmen einer Masterarbeit (D. Wozniok). Zum anderen wurden die geophysikalischen Prospektionen mittels Magnetometrie fortgesetzt. 

    Inzwischen sind mit dieser Methode circa 35 Hektar, mithin drei viertel des Stadtgebiets, flächendeckend prospektiert worden. Hierdurch werden das Straßensystem und zahleiche Einzelgebäude fassbar und können in einem GIS mit Luftbildern, den Ergebnissen des Surveys und einem hochgenauen digitalen Geländemodell abgeglichen werden. Weiterhin fanden gezielte Detailuntersuchungen mittels Georadar statt.

     

    Der Schwerpunkt der Arbeiten lag erneut auf der Durchführung gezielter stratigraphischer Sondagen. Im Osten des Stadtgebietes fällt im Prospektionsbefund ein von Straßen umfasstes, annähernd quadratisches Stadtviertel (ca. 85 x 85 m) auf, dessen Ausrichtung von den übrigen Straßenzügen abweicht. Möglicherweise handelt es sich um einen frühen Nukleus der Siedlung. Zur Klärung seiner Genese wurden jeweils an den im Norden und Osten entlang führenden Straßen Grabungsschnitte angelegt. Aufgrund hoher Versturzmassen konnten in der aktuellen Kampagne nur die jüngeren Straßenhorizonte der mittel- und spätbyzantinischen Zeit (5.-7. Jh.) sowie omayyadische Nachnutzungsspuren (2. Hälfte 7. und frühes 8. Jh.) erfasst werden. Die Sondagen sollen in der kommenden Kampagne fortgesetzt und bis zum gewachsenen Boden abgetieft werden.

    Zwei weitere Grabungsschnitte widmeten sich der Untersuchung eines Turmhauskomplexes im Süden des Stadtgebietes. Im Zentrum der Anlage befindet sich ein ca. 12 x 12 m großes Turmgebäude, das von einem Hof und weiteren Außenräumen umfasst war. Der bis zu 6 m hoch erhaltene Turm weist ein Meter starke Außenmauern mit großformatigen, gut verfugten Quadern auf. In seiner Südostecke konnte ein bis zu 5 m hoch anstehendes, hervorragend erhaltenes Treppenhaus freigelegt werden. Ähnliche Anlagen sind in Mampsis und Avdat bekannt. Nach vorläufiger Auswertung der Keramik scheint der Wohnturm zwischen 450 und 550 n.Chr. entstanden zu sein.

    Teilnehmer: M. Heinzelmann, T. Erickson-Gini (Leitung), Ch. Schöne (Organisation), D. Heinzelmann (Bauaufnahmen), M. Angenendt, M. Apatsides, M. Broisch, M. Hüppe, Sh. Moshfegh Nia, L. Niehues, F. Nietschke, A. Recht, A. Schiffmann, J. Seidel, A. Schröder, A. Skolik, D. Wozniok, K. Zerzeropoulos

    Kooperationen: Israel Antiquity Authority, Israel National Park Authority, Haifa University (G. Bar-Oz), Ben Gurion University (H. Bruins), Tel Aviv University (D. Langgut)

    Förderung: German Israeli Foundation

     



  • Januar 2017: 19. Internationaler Kongress für Klassische Archäologie (AIAC)

     

    Die Archäologischen Institute der Universitäten Köln und Bonn richten im Namen der Associazione Internazionale di Archeologia Classica (AIAC) den 19. Internationalen Kongress für Klassische Archäologie mit dem Schwerpunkt: ‚Archaeology and Economy in the Ancient World’ aus und laden Sie herzlich vom 22.-26. Mai 2018 nach Köln und Bonn ein.

    Wir freuen uns auf gute Präsentationen, regen Austausch und fruchtbare Diskussionen und begrüßen Sie in der Colonia Claudia Ara Agrippinensium und Bonna.

    http://www.aiac2018.de/

     



  • Januar 2017: Feldforschungen im sog. Forum von Brigantium/Bregenz (A)

    Bregenz_1Das römische Bregenz, verkehrsgeographisch günstig an der Mündung des Alpenrheins in den Bodensee gelegen, wird seit der Mitte des 19. Jh. feldarchäologisch erforscht. Das Siedlungsareal des bedeutendsten raetischen Zentralortes auf dem Gebiet des heutigen Österreich erstreckt sich auf nahezu 30 Hektar und liegt größtenteils auf einem Plateau ~ 30 m über dem Talboden. Bereits im Jahre 1888 wurden von Samuel Jenny große Teile des sog. Forums der städtisch anmutenden Siedlung freigelegt. Nachdem der jüngste Bauzustand 96,5 x 54,6 m bzw. 5.300 m² großen Anlage seit den damaligen Aktivitäten bekannt ist, konnten in den letzten Jahrzehnten weitere Aufschlüsse die Erkenntnisse Samuel Jennys bestätigen.

    Mit der Wiederaufnahme der Grabungstätigkeiten sind nunmehr neue Aspekte zur Baugeschichte des sog. Forums selbst zu erwarten, welches nach Ausweis von Altfunden in flavischer Zeit errichtet worden sein soll. Erstmals in der beinahe 130-jährigen Forschungsgeschichte dürften stratifizierte Fundkomplexe neue Hinweise nicht nur zur Entstehung, sondern auch zur chronologischen Einordnung von Um- und Ausbauten sowie zum Ende der Anlage geben. In einer ersten Kampagne wurde ab dem 12.09.2016 eine ca. 500 m² große Fläche untersucht, auf der bei den Ausgrabungen des 19. Jh. u. a. ein Eingangsbereich mit einer vorgelagerten Halle lokalisiert werden konnte. Ließen die Aufzeichnungen der früheren Ausgräber eine zweiphasige Anlage vermuten, zeichnet sich mittlerweile eine komplexe Baugeschichte des gesamten Areals ab. Abgesehen von mindestens einem größeren Brandereignis wurde die südliche Ecke des Forums mehrfach umgestaltet und stellte zumindest zeitweise den Haupteingangsbereich dar. Die bis dato geborgenen Funde legen Zeugnis ab von einer plastisch reich ausgestalteten monumentalen Anlage, die als Kristallisationspunkt römischen Siedlungswesens im Alpenrheintal eine herausragende Stellung innehatte. Initiiert wurde das Projekt im Zuge einer topographischen Neuaufnahme des römischen Bregenz.

    Die forschungsgeleitete Maßnahme stellt, abgesehen von den profunden Vorarbeiten, einen Modellfall für eine internationale Zusammenarbeit dar: als Forschungsinstitution interagiert das Archäologische Institut, Abteilung Archäologie der Römischen Provinzen mit dem Österreichischen Bundesdenkmalamt, Abteilung Archäologie, dem archäologischen Dienstleister TALPA GnbR und insbesondere mit dem vorarlberg museum. Für 2017 ist eine Fortsetzung der Arbeiten geplant, um eine ältere römerzeitliche Nutzung des Areals zu erfassen.

     

    Wissenschaftliche Leitung: Karl Oberhofer Kooperationspartner: TALPA GnbR – Büro für archäologische Dienstleistungen (http://www.talpa-archaeologie.at); vorarlberg museum (http://www.vorarlbergmuseum.at).

     



  • Dezember 2016: UNESCO-Welterbe Antrag Niedergermanischer Limes, Bereich Köln

    Die Außengrenze des römischen Imperiums ist das größte lineare Denkmal in Europa. Zwischen Vinxtbach im heutigen Rheinland-Pfalz und der Nordseeküste bei Katwijk bildete der Niedergermanische Limes (NGL) einen wesentlichen Teil dieser Grenze: Entlang des antiken Rheinufers reihten sich die Standorte des niedergermanischen Heeres auf einer Länge von 385 km auf. Der Grenzabschnitt entlang des Rheins soll zukünftig Teil der bestehenden internationalen UNESCO-Welterbestätte "Grenzen des Römischen Imperiums" werden. Welterbestatus haben bereits Hadrians- und Antoninuswall in Großbritannien sowie der Obergermanisch-Raetische Limes in Deutschland.

    Auch im Bereich der Stadt Köln befinden sich mindestens drei Bodendenkmäler, die in Bezug zum Niedergermanischen Limes gesetzt werden können. Es handelt sich dabei um:

    1) das Flottenlager „Alteburg“ bei Köln-Marienburg

    2) die spätantike Festung Divitia, Köln-Deutz

    3) das Praetorium, als Sitz des Oberbefehlshabers des niedergermanischen Heeres

    Derzeit laufen die vorbereitenden Arbeiten, um spätestens 2020 den Antrag für die Ernennung des NGL als UNESCO-Welterbestätte einzureichen. Diese Arbeiten beinhalten zuerst eine Zustandserfassung und Dokumentation der Militäreinrichtungen. Danach sind die Entwicklung und der Ausbau eines Schutz- und Pflegekonzepts in Verbindung mit der Stadt- und Regionalentwicklung, sowie eine verbesserte Erschließung der Einzeldenkmäler des NGL bzw. zugehöriger Museen unter einem Corporate Design vorgesehen. Zuletzt sollen übergreifende Forschungsfragen unter Einbeziehung des Limesvorfeldes und Hinterlandes formuliert und diskutiert werden.

    Das Archäologische Institut, Abteilung Archäologie der Römischen Provinzen ist direkt an diesen vorbereitenden Arbeiten beteiligt. Dank der Finanzierung durch eine Zuwendung des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen kann ab 2017 ein Wissenschaftler seine Arbeit am Archäologischen Institut beginnen. Seine Aufgabe wird es sein, ein Fachgutachten zu den militärischen Denkmälern des NGL im Stadtgebiet Köln zu erstellen und die relevanten Kölner Unterlagen für den Antrag zum UNESCO-Welterbe vorzubereiten.

    Durchführende: Eckhard Deschler-Erb, Martin Wieland

    Kooperationspartner: Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln (Marcus Trier), Archäologische Zone – Jüdisches Museum Köln (Thomas Otten), LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (Jürgen Kunow, Steve Bödecker)

    Förderung: Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen

     

     



  • Oktober 2016: Geophysikalische Prospektionen in Rom und Ostia

    Im Rahmen eines neuen DFG-Projekts zur Untersuchung der Maxentius Villa an der Via Appia führte die Arbeitsgruppe 'ArchäoGeophysik' im Auftrag des Deutschen Archäologischen Instituts (Leitung: H. Beste, H. Manderscheid) vom 1. bis 7.10.2016 geophysikalische Prospektionen im Bereich der Maxentius Villa durch. Zum Einsatz kamen elektrische Widerstandsmessung, Georadar und Magnetometrie.

    Im Anschluss setzte das Team früher begonnene Arbeiten in Ostia fort, wo im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms Häfen, der Flusshafen der Stadt untersucht wird. Hier konzentrierten sich die Arbeiten auf den Bereich des antiken Transtiberim, nördlich des Theaters, wo magnetometrische Untersuchungen eine ausgedehnte Bebauung nachweisen konnten.

    Teilnehmer: H. Beste, H. Manderscheid, M. Broisch, M. Apatsidis, Sh. Moshfegh Nia, A. Schröder, L. Stein

    Kooperation: Deutsches Archäologisches Institut Rom

    Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

     



  • September 2016: Erstes Projekttreffen von ArchAIDE in Barcelona

     

    Nach dem KickOff-Meeting in Pisa konnte die Arbeit am Projekt ArchAIDE. Archaeological Automatic Interpretation and Documentation of cEramics beginnen. Bei einem ersten Projekttreffen in Barcelona wurden von den Projektpartnern erste Entwicklungen und Vorarbeiten beschrieben.Außerdem konnte man sich über das weitere Vorgehen und eine Auswahl geeigneter Keramikgattungen für die erste Testphase einigen.

    Der Einblick in die Arbeit der Stadtarchäologie von Barcelona, zum einen bei einer ausgedehnten Führung durch das römische Barcino und zum anderen bei einem Besuch der Magazine und Labors am Rand der Stadt, gab wichtige Impulse für das Verständnis von archäologischen Workflows in unterschiedlichen Ländern. Anfang Oktober wird die offizielle Homepage des Projekts online gehen bevor dann im Dezember mit einer Pressekonferenz in Rom der Projektstart beworben wird. Auf der Facebook-Seite und bei Twitter kann man sich bereits jetzt über aktuelle Entwicklungen des Projekts informieren.

     

    Teilnehmer: M. Gualandi – G. Gattiglia (Uni Pisa), J. Richards – H. Wright – Tim Evans (Uni York), L. Wolf (Uni Tel Aviv), J. Buxeda i Garrigós (Uni Barcelona), M. Delle Piane (CNR-ISTI Pisa), M. Heinzelmann – Michael Remmy (Uni Köln), M. Ángel Hervás (Baraka Ciudad Real), L. Vila Socias (Elements Mallorca), M. Zallocco (Inera Pisa) 

     

     

     

     

     



  • September 2016: Vermessungskampagne in Baiae (Italien)

    Vom 29.08. – 31.09.2016 konnte das Archäologischen Institut der Universität zu Köln in Kooperation mit der TH Köln und der Fa. Scandric I 3D SOLUTIONS und mit freundlicher Genehmigung durch die Soprintendenza Archeologica della Campania eine erste Vermessungskampagne in Baiae durchführen. Initiiert wurde die Kampagne aufgrund des Dissertationsprojektes von Matthias Nieberle, M.A. (Dissertationsprojekt), die dank einer Förderung durch die Fritz Thyssen Stiftung und Geldmitteln des Archäologischen Institutes der Universität zu Köln verwirklicht werden konnte.

    Ziel der neuen Vermessung ist die präzise dreidimensionale Erfassung der kompletten und äußerst komplexen Baustrukturen innerhalb des Archäologischen Parks von Baiae mit Hilfe eines Laserscanners, um darüber neue Erkenntnisse zur Baugenese der Gebäudekomplexe in Baiae zu gewinnen.

    In der ersten Projektwoche vom 29.08. – 02.09. wurde mit Unterstützung durch Dipl.-Ing. Tobias Höller (IBV, TH Köln) ein übergeordnetes Messnetz Mittels GPS und Tachymeter erstellt, auf das alle weiteren Messungen des Baiae Projektes Bezug nehmen können. Die folgenden zwei Projektwochen (05.09. – 16.09.) waren als ‚Vermessungsworkshop‘ konzipiert. Bei diesem Workshop wurden je 5 Studenten der Archäologie (UzK) und 5 Studenten der Architektur (TH Köln) von Dipl.-Ing. Jost Broser (IBD TH Köln) und Dipl.-Ing. Sabrina Geiermann (AI UzK) verschiedene Vermessungsmethoden vermittelt. Ziel war neben der Vermessung und Baudokumentation eines zuvor ausgewählten Areals (Sektor B) das interdisziplinäre Zusammenarbeiten der beiden Fachbereiche.

    Bereits während des Workshops und im Anschluss wurde damit begonnen, sämtliche freiliegenden Baustrukturen innerhalb des Archäologischen Parks systematisch mit dem Z+F IMAGER® 5010C, einem Laserscanner der Firma Zoller und Fröhlich zu vermessen. Unterstützt wurde diese Vermessung von Dipl.-Ing. Erik Büttner (scandric I 3D SOLUTIONS), der mit einem zweiten, baugleichen Instrument die Vermessung zehn Tage begleitete und dadurch wesentlich beschleunigte. Die Neuvermessung mittels Laserscanner konnte innerhalb dieser Kampagne zwar nicht vollständig für alle Bereich des Archäologischen Parkes durchgeführt werden, doch die gemessenen Bereiche bilden durch ihre hohe Messgenauigkeit und die dreidimensionale Erfassung eine völlig neue und erkenntnisreiche Plangrundlage. Im kommenden Jahr sollen bei einer weiteren Kampagne die noch ausstehenden Bereiche mit demselben Verfahren gemessen werden.

    Die letzte Projektwoche (26.09. – 29.09.) wurde außerdem genutzt, um unter der Leitung von Manuela Broisch, M.A., weitere Freiflächen des Archäologischen Parks mit Georadar und Geoelektrik zu messen. Mit beiden Methoden konnten vielversprechende Ergebnisse gemessen werden, die es nun zu interpretieren gilt.

    Teilnehmer: M. Heinzelmann (Leitung), M. Nieberle (Leitung, Organisation und Koordination, AI UzK), S. Geiermann (Organisation, Koordination, Leitung des Vermessungsworkshops, Leitung der Vermessung, AI UzK), T. Höller (Erstellung übergeordnetes Messnetz, IBV TH Köln), J. Broser (Leitung des Vermessungsworkshops, Laserscan-Vermessung, IBD TH Köln), E. Büttner (Laserscan-Vermessung, scandric I 3D SOLUTIONS), M. Broisch (Leitung Geophysikalischen Vermessung, AI UzK), M. Apatsidis, A. Badic, T. Dujmovic, D. Hahn, F. Hartfiel, C. Kost, J. Oprée, C. Schöne, A. Schröder, K. Zerzeropulos.

    Kooperation: TH Köln, Fakultät für Architektur, Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege (IBD), Insitut für Baubetrieb und Vermessung; Fa. Scandric I 3D SOLUTIONS; Thyssen Stiftung; Soprintendenza Archeologica della Campania.

    Förderung: Fritz Thyssen Stiftung

     



  • September 2016: Elusa-Projekt wird von der German-Israeli-Foundation gefördert

    Das 2015 begonnene Projekt zur Erforschung der nabaätischen Stadt Elusa im nördlichen Negev wird ab dem kommenden Jahr von der German-Israeli Foundation gefördert. Dies ermöglicht es, die bereits laufenden geophysikalischen und stratigraphischen Untersuchungen fortzusetzen und auszuweiten. Ziel ist es, die langfristige Entwicklung dieser Siedlung mit ihren verschiedenen Transformationsprozessen von ihrer Gründung als Handelsstützpunkt auf der Weihrauchroute im 3./2. Jh.v.Chr. hin zur größten spätantiken Agrarmetropole dieser Region und schließlich ihrer schrittweisen Aufgabe im 8. Jh.n.Chr. nachzuvollziehen. Hierbei gilt es auch, die prekäre Umweltsituation im semi-ariden Wüstenrandgebiet zu berücksichtigen. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt und erfolgt in Kooperation mit der Israel Antiquities Authority und diversen Partnern an den Universitäten Haifa, Tel Aviv und Beersheva.

    Leitung: Michael Heinzelmann, Tali Erickson-Gini

    Förderung: German Israeli Foundation

     

     



  • September 2016: pXRF-Messungen in Böotien (Zentralgriechenland)

    Im Rahmen eines Dissertationsprojekts von Dean Peeters, "Shaping regionality in complex economic systems. Late Hellenistic – Late Roman pottery production, distribution and consumption in Boeotia, Central Greece (150 BCE – 700 CE)” wurden während zwei Wochen im August und September 2016 von Seiten des Archäologischen Instituts pXRF-Messungen an Keramikscherben aus mehreren antiken Städten in Böotien (Askra, Thespiae, Hyettos und Tanagra) durchgeführt. Die Keramik wurde durch das 1978 begonnene "Boeotia Survey Project" gesammelt. Die ca. 175.000 gesammelten Fragmente haben ein großes Potenzial um detaillierte Rekonstruktionen durchzuführen, wie diese Gemeinschaften in interregionalen Netzwerken am Austausch und Handel teilgenommen haben und was die Rolle der lokalen Produktion von Keramik in diesem Netzwerk war. Die Keramikfunde des Surveys sind im Rahmen des ‚Boeotia Project’ bereits systematisch hinsichtlich Typologie, Chronologie und Funktion analysiert. Zudem wurden auf der Basis makroskopischer Tonunterschiede erste Fabric-Gruppen lokaler Produktionsstätten definiert. Um die Kohärenz dieser Fabric-Gruppen zu testen, wurden insgesamt 225 Proben lokal produzierter Keramik mittels portabler Röntgenfluoreszenz-Analyse untersucht. Die Zusammenstellung der analysierten Keramik bestand aus Produktionsabfällen und einer repräsentativen Auswahl des gesamten Funktionsumfangs von Keramik das vermutlich an diesen Standorten produziert wurde (z.B. Geschirr, Lekanae, Bienenstöcke, Amphoren/Krügen usw.). Ihre chemische Zusammensetzung bestätigten die bisher definierten Fabric-Gruppen weitgehend. Diese Ergebnisse liefern weitere Belege für die Existenz von mehreren Gruppen von Workshops in dieser Region und einem intensiven intraregionalen Handel zwischen der späthellenistisch Zeit bis in die Spätantike.

    Teilnehmer: Dean Peeters (Koordination), Arne Schröder (pXRF-Messungen), Lars Heinze (Analytik)

    Kooperationspartner: Boeotia Survey Project

    Finanzierung: Graduiertenkolleg 1878 ‚Archäologie vormoderner Wirtschaftsräume’

     



  • September 2016: Lehrgrabung Xanten: erste Grabungskampagne 2016

    Vom 25.7. bis 19.8.2016 fand in Kooperation mit dem LVR-Archäologischen Park Xanten eine erste Ausgrabungskampagne im Rahmen eines neuen Lehrprojekts des Archäologischen Instituts in der Colonia Ulpia Traiana statt. Ziel ist die Untersuchung der ganz im Norden beim Burginatium-Tor gelegenen Insula 22. Im Vorfeld durchgeführte geophysikalische Untersuchungen haben hier eine dichte Mischbebauung mit unterschiedlich großen Gebäudstrukturen ergeben. Im Rahmen des zunächst auf fünf Jahre angelegten Projekts sollen Struktur, Funktion und Entwicklung der Insula-Bebauung untersucht werden. Im Rahmen der ersten Kampagne wurden insgesamt vier Sondagen im Nordwesten der Insula durchgeführt, die zwei benachbarte Gebäude aus der Hauptbebauungsphase der CUT aus dem 2. Jh. untersucht haben. Unter diesen Bauten fanden sich Reste früherer Siedlungsaktivitäten aus der beginnenden Kaiserzeit. Die Untersuchung der Insula 22 ist als Lehrprojekt angelegt. Die teilnehmenden Studierenden wurden nicht nur mit den gängigen Grabungs- und Dokumentationstechniken vertraut gemacht, vielmehr fanden flankierende Kurse in Archäobiologie (IPNA Universität Basel), Stratigraphie, 3D-Dokumentationsmethoden und in der Fundbearbeitung statt.

    Teilnehmer: E. Deschler-Erb, M. Heinzelmann, St. Pircher (Leitung); S. Deschler-Erb, Ö. Ackeret (Archäozoologie); M. Broisch (Geophysik); S. Geiermann (Laserscanning); A. Schröder (Luftbilder); M. Düren, V. Kumanov, M. Rossa, L. Schuler, K. Zerzeropoulos (Schnittleitung); M. Accaria, P. Brato, St. Esser, M. Faupel, D. Gojic, R. Haenßgen, D. Hinz, M. Kern, M. Klefke, M. Lauffs, A. Müller, S. Nowak, K. Polymenidou, J. Schohaus, M. Schuh, F. Sonnenburg, W. Fang, Ch. Zehnpfennig (Studierende).

    Kooperationen: LVR-Archäologischer Park Xanten, IPNA Universität Basel

     



  • Juni 2016: ArchAIDE gestartet – Kölner Archäologie ist Teil eines EU-Projekts aus der Förderlinie Horizon 2020

    ArchAIDE. Archaeological Automatic Interpretation and Documentation of cEramis – so heißt das von der EU im Ausschreibungsprogramm „Horizon 2020“ bewilligte Projekt, an dem auch das Archäologische Institut der Universität zu Köln arbeitet. In diesem Projekt sollen Arbeitsprozesse auf Ausgrabungen vereinfacht werden, die sich mit Keramikbestimmung beschäftigen. Mit Hilfe einer innerhalb des Projektzeitraums programmierten App sollen durch die Eingabe von Metadaten und Fotos in ein einfaches Interface automatisch Vorschläge zur Bestimmung von Keramik gemacht werden. Die Vergleichsinformationen werden aus einer neu zu programmierenden Referenzdatenbank generiert. Das Archäologische Institut der Universität zu Köln ist Leiter eines Arbeitspakets, in dem die neue Referenzdatenbank mit Metadaten gefüllt werden soll.

    Das KickOff Meeting in Pisa, vom 14.-15.06.2016 war der Startschuss für dieses ambitionierte Projekt, das bis ins Frühjahr 2019 dauern wird.

    Teilnehmer: M. Gualandi – G. Gattiglia (Uni Pisa), J. Richards – H. Wright (Uni York), L. Wolf (Uni Tel Aviv), J. Buxeda i Garrigós (Uni Barcelona), M. Delle Piane (CNR-ISTI Pisa), M. Heinzelmann – Michael Remmy (Uni Köln), M. Ángel Hervás  (Baraka Ciudad Real), L. Vila Socias (Elements Mallorca), M. Zallocco (Inera Pisa)

     



  • Juni 2016: Das Intensivprogramm hinterlässt Spuren: Eröffnung der time box in Călugăreni/Mikháza am Dakischen Ostlimes

    Am Projekt „Der römische Limes in der europäischen Kulturlandschaft“, ein 2013 bis 2015 durchgeführtes Erasmus-Intensivprogramm für lebenslanges Lernen der Universitäten Köln, Berlin, Erfurt, Budapest ,Pécs, Cluj und Tîrgu Mureş waren Dozenten und Studierende der Archäologie, Geophysik, Architektur und Restaurierung/Konservierung beteiligt.

    In diesem Rahmen fanden am Lehrstuhl für Industrielle und Landwirtschaftliche Gebäudeplanung der TU Budapest Architekturwettbewerbe statt, bei denen u.a. Entwürfe zur Präsentation der archäologischen Fundstellen entstanden sind. Unter den 2013 eingereichten Vorschlägen wurde der von Gergely Sági umgesetzt und – ergänzt durch eine Ausstellung zur Fundstelle – am 6. Mai in Călugăreni eröffnet. 

    Die Zwillings-Pavillons, die mit ihrer Holzbauweise einen Bogen zu traditionellen Architektur der Region schlagen, stehen auf dem Gelände des römischen vicus und bieten zum einem einen Blick auf den ehemaligen Standort der römischen Badeanlage, zum anderen einen Blick auf das Gelände des Auxiliarlagers.

     

     

     

     

      



  • März 2016: Kölner Archäologien unter den Top 50 weltweit

    Im QS World University Ranking 2016 rangieren die Kölner Archäologien unter den besten 50 Archäologie-Standorten weltweit. Weitere Informationen....

     



  • März 2016: Zweite Forschungskampagne in Elusa (Israel)

    Vom 13.2. bis 13.3.2016 fand eine zweite Forschungskampagne in der nabatäischen Stadt Elusa im nördlichen Negev statt. Wie im vergangenen Jahr wurden verschiedene Arbeiten parallel durchgeführt. Zum einen wurde der systematische Oberflächensurvey zur Kartierung der sichtbaren Baubefunde und ausgewählter Materialgruppen fortgesetzt. Inzwischen sind rund zwei Drittel der Stadtfläche begangen worden. Im Rahmen des Surveys konnten bislang - zusätzlich zu drei bekannten Kirchen - drei weitere christliche Sakralbauten, zwei neue Keramikproduktionsstätten und insgesamt drei potentielle Badegebäude identifiziert werden. Zudem wurden die großen antiken Abfallhügel an den Außengrenzen des Siedlungsgebiets kartiert, welche eine Fläche von ca. 25 Hektar umfassen.

    Zeitgleich wurden die geophysikalischen Prospektionen fortgesetzt. Nachdem sich von den bislang getesteten Methoden Magnetometrie als effizientester Ansatz erwiesen hat, wurden mit diesem Verfahren inzwischen rund 25 Hektar des Stadtgebiets flächendeckend prospektiert. Die Ergebnisse lassen das gesamte Straßennetz, zahlreiche Großbauten und Häuser erkennen. Hierbei scheint sich ein möglicher Siedlungsnukleus im östlichen Teil der Siedlung abzuzeichnen, der in einer nachfolgenden Kampagne untersucht werden soll. Flankierend wurde durch D. Zell mit hochauflösenden Kameras eine Drohnenbefliegung des Stadtareals und seines Umlands zur Erstellung von Orthophotos und eines Geländemodells durchgeführt.

    Der Hauptschwerpunkt der Kampagne lag auf der Durchführung weiterer stratigraphischer Sondagen. Hierbei wurden zwei der letztjährig begonnenen Grabungsareale fortgesetzt und bis auf den gewachsenen Boden abgetieft. Es liegen nun für zwei der untersuchten Straßen vollständige Stratigraphien mit bis zu 40 Nutzungsphasen vom Siedlungsbeginn im 3./2. Jh.v.Chr. bis zur Aufgabe des Ortes in frühislamischer Zeit im 7./8. Jh.n.Chr. vor. Es zeigte sich, dass der hier untersuchte Bereich zwar in hellenistischer Zeit bereits frequentiert wurde, doch muss in diesem Zeitpunkt die eigentliche Siedlung weiter im Osten gelegen haben. Erste Gebäude und das eigentliche Straßennetz werden in den durchgeführten Sondagen ab dem 1./2. Jh.n.Chr. fassbar. Den städtebaulichen Höhepunkt erreichte die Siedlung jedoch in der Spätantike, als im mittleren 5. Jh. sämtliche Straßen aufwendig gepflastert, zahlreiche Bauten neu errichtet und bestehende Gebäude mit straßenseitigen Portiken ausgebaut wurden. In dieser Phase ist auch ein aufwendiges Abwassersystem installiert worden. Zwei weitere Sondagen galten der Untersuchung eines großen Peristylbaus von 70 x 70 m. Er verfügte über einen gepflasterten Innenhof, der an vier Seiten von Portiken und gleichförmigen Räumen umgeben und mit farbigem Wandverputz dekoriert war. Möglicherweise diente er als Markt- oder Verwaltungsgebäude. Die vorläufige Keramikauswertung weist auf eine Entstehung im frühen 4. Jh.n.Chr. und eine tiefgreifende Erneuerungsphase im 5. Jh. hin. Das Gebäude wurde über älteren Mauern mit Lehmziegeln und divergierender Orientierung errichtet. Insgesamt konnten mit den bislang durchgeführten Sondagen sehr detaillierte und gut datierbare Einblicke in die Siedlungsgenese dieses Bereichs des Stadtgebiets gewonnen werden. Da nach dem 7./.8. Jh. keinerlei Eingriffe in die Siedlung mehr zu verzeichnen sind und die antike Bausubstanz erstaunlich gut erhalten ist, bietet der Ort ein außergewöhnliches Potential für übergreifende urbanistische Fragestellungen.

    Das Projekt wird als Lehrgrabung durchgeführt. An den Wochenenden fanden Exkursionen zu weiteren Ausgrabungenn im Negev, in Galiläa und am See Genezareth sowie nach Jerusalem statt.

    Weitere Informationen zum Projekt....

    Teilnehmer: M. Heinzelmann (Leitung), T. Erickson-Gini (Ko-Direktorin und Keramik), M. Broisch (Koordination), M. Apatsidis, D. Heinzelmann, M. Hüppe, J. Lauer, S. Lehnig, Sh. Moshfeq Nia, A. Müller, F. Nitschke, N. Pickartz, A. Recht, Ch. Schöne, A. Schröder, J. Seidel, D. Wozniok, K. Zerzeropoulos

    Kooperationen: Israel Antiquity Authority, Israel Nature and Parks Authority, Institute of Archaeology of the University of Haifa, Institut für Geophysik an der Universität zu Köln

     



  • November 2015: November 2015: Digital Humanities Standort Uni Köln ist Global Player

     

    Studie der Mellon Foundation

     

    Gemäß einer von der Mellon Foundation finanzierten und jüngst durch das Council on Library and Information Resources veröffentlichten Studie rangiert die Universität zu Köln mit ihren DH-Lehrstühlen und Studiengängen, dem CoDArchLab, dem Cologne Center for eHumanities und dem Datenzentrum unter den erfolgreichsten Standorten aller Digital Scholarship Organisationen weltweit. Zu den als “best in class” bezeichneten DH Standorten zählen u.a. die Universitäten von Oxford, Maryland oder Stanford.

    Die Studie konzentriert sich nicht nur auf Ausstattung, Vernetzung und Projektoutput sondern v.a. auf die Lehre, Ausbildung und Arbeitsmöglichkeiten von Studierenden und Absolventen. 

     

    Das CoDArchLab ist im DH-Verbund der Universität zu Köln eine bekannte Größe und wurde in der Studie explizit hervorgehoben. Neben der erfolgreichen Projektarbeit, die in besonderem Maße durch das Leuchtturmprojekt ARACHNE (www.arachne.uni-koeln.de) in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) betrieben wird, wurde die Mitarbeit von Studierenden bei der Programmierung positiv herausgestellt.

     

    Mit der ab 01.04.2016 besetzten Professur der Archäoinformatik wird das CoDArchLab versuchen, seine auch international einflussreiche Rolle im Verbund der DH an der Universität zu Köln auszubauen.

     

    Zur Studie:

    V. Lewis – L. Spiro – X. Wang -  J.E. Cawthorne. Building Expertise to Support Digital Scholarship: A Global Perspective, CLIR, October 2015, 44.

    <http://www.clir.org/pubs/reports/pub168> (16.11.2015).

     

    Zur Pressemitteilung der Universität:

    <http://www.portal.uni-koeln.de/nachricht.html?&tx_news_pi1%5Bnews%5D=3957&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=c296a54e91fef3edc57f2120c9bcb2ab> (16.11.2015).

     

    Kontakte:

    CCeH: <http://www.cceh.uni-koeln.de/> (16.11.2015).

    HKI: <http://www.hki.uni-koeln.de/> (16.11.2015).

    SpInfo: <http://www.spinfo.phil-fak.uni-koeln.de/spinfo-startseite0.html?&L=0>(16.11.2015).

     

     



  • August 2015: Fotokampagne am Pantheon in Rom (Italien)

    Im Rahmen der Untersuchung des ehemaligen Bronzedachstuhls der Vorhalle des Pantheon in Rom fand vom 17. bis 19.8.2015 eine Fotokampagne statt. Das 1625/26 unter Papst Urban VIII. demontierte antike Dachwerk hinterließ am Bau zahlreiche Einlassungs- und Abarbeitungsspuren, die wichtige Hinweise zu seiner Rekonstruktion liefern. Erstaunlicherweise wurde dieser Bereich der Vorhalle aber bislang nie im Detail dokumentiert. Da eine Gerüststellung nicht in Frage kam und aus Sicherheitsgründen eine Drohnenbefliegung ausgeschlossen wurde, fiel die Entscheidung auf eine klassische Fotodokumentation mit Hilfe eines 18 m hohen Teleskopstativs. In drei Vormittagen konnten die Dachstuhlbereiche aller drei Schiffe der Vorhalle systematisch mit hochauflösenden Fotos erfasst werden. Diese bilden nun die Grundlage zur Erstellung einer Punktwolke und von Orthofotos, welche wiederum für die Umsetzung in Bauaufnahmen und eine 3D-Visualisierung genutzt werden können. Weitere Informationen zum Projekt...

    Teilnehmer: D. und M. Heinzelmann, W. Lorenz, D. und M. Buchholz, M. Gielen, M. Gunkel, J. Seidel, A. Recht

    Kooperation: Vermessungsbüro Buchholz Koblenz, Soprintendenza Belle Arti e Paesaggio del Comune di Roma

     



  • Juli 2015: Fünfte Grabungskampagne in Dimal (Albanien)

    Vom 27.7. bis 21.8.2015 fand die inzwischen fünfte Forschungskampagne in der illyrischen Bergsiedlung Dimal statt. Abgesehen von geophysikalischen Prospektionen im Bereich der spätantik besiedelten Unterstadt, konzentrierten sich die diesjährigen Arbeiten auf drei Bereiche, die bereits in vorangegangenen Kampagnen ansatzweise untersucht werden konnten. Im nordwestlichen Suburbium wurden die Ausgrabungen in der hellenistischen Nekropole fortgesetzt. Es fanden sich weitere Gräber unterschiedlichen Typs (Tumuli, Kistengräber, einfache Erdbestattungen), von denen einige mit zwei oder drei Bestattungen belegt waren. Mehrere Bestattungen fanden sich unversehrt, andere waren vermutlich bereits in der Antike auf Edelmetallobjekte durchwühlt worden, enthielten aber noch zahlreiche Beigaben. Mehrfach wurden als Beigaben Waffen (u.a. Lanzen, Schilde), Schabeisen, Trachtbestandteile (u.a. Nadeln, Fibeln, Ringe) und umfangreiche Ausstattungen mit keramischen Gefäßbeigaben (u.a. Amphoren, Kannen, Schalen, Teller) angetroffen.

    Nach vorläufiger Analyse der Keramik stammen alle diesjährig freigelegten Bestattungen aus dem 3. Jh.v.Chr., also aus dem Zeitraum vor der römischen Annexion. Entsprechend der anthropologischen Ergebnisse weisen die männlichen Bestatteten eine erstaunliche Durchschnittsgröße von 1,80 m und stark trainierte Bein- und Armmuskeln auf. Ein Toter wies Verletzungen vermutlich von einem Pfeil auf.

    Einen zweiten Schwerpunkt bildete die vollständige Freilegung des Norturms des nach Apollonia führenden Haupttors der jüngeren Stadtmauer (2. Jh.v.Chr.). Der Turm besteht aus einem Sockel großer Steinquader auf denen gebrannte Ziegel aufsetzen. Die Anlage wurde durch ein massives Feuer, vermutlich unter Gewaltanwendung zerstört. In den Ruinen setzte sich eine spätantike Nachbesiedlung fest.

    In einem dritten Bereich konzentrierten sich die Arbeiten auf die Untersuchung des letztjährig angeschnittenen Baptisteriums. Hierbei konnte das Taufgebäude vollständig freigelegt werden. Es zeigte sich, dass das Taufbecken zunächst aus einer kreuzförmigen Anlage mit Treppenzugang für Ganzkörpertaufen bestand. In einer späteren Phase wurden die Treppen zugesetzt und das Becken für Kindstaufen umgerüstet. Auf der Ostseite des Baptisteriums wurde durch gezielte Sondagen das zugehörige Kirchengebäude in wesentlichen Teilen erfasst. Dieses bestand aus einem annähernd quadratischen dreischiffigen Kirchenraum, an dessen Ostseite ein abgeschrankter Chorraum mit Apsis und Altar (ausgeraubt) anschloss. Im Westen befand sich ein Narthex vor dessen Fassade das Baptisterium zu einem späteren Zeitpunkt angeschlossen wurde. Die vorläufige Analyse des Fundmaterials weist auf eine Entstehung der Anlage im 5./6. Jh.n.Chr. hin. Beidseits der Kirche schlossen weitere Gebäudestrukturen an. Der Kirchenkomplex ist ein bedeutender Neufund, der auf eine ausgedehntere spätantike Nachbesiedlung Dimals als bislang angenommen hinweist.

    Im Anschluss an die Feldforschungskampagne erfolgte im Depot des Archäologischen Instituts in Tirana eine einwöchige Aufarbeitungsarbeitungskampagne der anthropologischen Funde sowie des keramischen Fundmaterials mittels xRFA-Analysen statt. Weitere Informationen zum Projekt...

    Teilnehmer: M. Heinzelmann, B. Muka (Leitung), M. Broisch (Koordination), Ch. Römer-Strehl (Keramik), M. Rubini, P. Zaio (Anthropologie), Sh. Gjongecaj (Numismatik), D. Heinzelmann (Bauaufnahme), I. Zaloshnja (Zeichnungen), Ch. Schöne, A. Schröder (Schnittleitung), A. Ahmetllari, D. Janina, S. Knura, E. Kodheli, A. Schiffmann, M. Thurn, Katharina Zerzeropolus (Grabung)

    Kooperationen: Archäologisches Institut Tirana, Servizio di Antropologia della Soprintendenza per i Beni Archeologici del Lazio

     



  • Juli 2015: Geoarchäologische und geophysikalische Untersuchungen zum Flusshafen von Ostia (Italien)

    Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 1630 "Häfen von der römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter" führte das Archäologische Institut der Universität zu Köln in Kooperation mit dem Geographischen Institut der Universität Mainz und dem Institut für Geophysik der Universität Kiel vom 27.6. bis 10.7.2015 Untersuchungen im Bereich des antiken Tiberverlaufs im Norden von Ostia durch. Ziel des Projektes ist es, weitere Aufschlüsse zum antiken Flusshafen von Ostia zu gewinnen.

    Im Fokus der aktuellen Kampagne stand der Tiberabschnitt nördlich des Theaters, der seit einer Überschwemmung im Jahr 1547 vom heutigen Tiber abgeschnitten wurde und in der Folge verlandete. In diesem Flussabschnitt müssen sich in der Antike Anlandestelle zum Be- und Entladen der Schiffe befunden haben, doch ist dieser Bereich bis heute nicht untersucht worden.

    Im heutigen Zustand ist der antike Flussverlauf nicht mehr in der Landschaft zu erkennen. Zu seiner Lokalisierung und zur Klärung der Randbebauung wurden großflächige geophysikalische Prospektionen durchgeführt (Magnetometrie, Georadar und Geoelektrik), ferner seismische Messungen und elektrische Widerstandstomographie. Ergänzend fanden Bohrungen zur Gewinnung von Sedimentproben statt, welche in den folgenden Monaten ausgewertet werden.

    Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass der Tiber offenbar während der Existenz der Hafenstadt mehrfach sein Flussbett verändert hat, was wiederum Auswirkungen auf die städtebauliche Entwicklung gehabt haben dürfte. Weitere Informationen zum Projekt...

    Teilnehmer: M. Broisch, M. Heinzelmann, J. Lauer,  F. Nitschke, Ch. Schepers, S. Seidel, St. Steidle, (Universität Köln); P. Fischer, H. Hadler, L. Obrocki, A. Vött (Universität Mainz); E. Erkul, H. Holmann, L. Klinge, Ph. Leineweber, S. Splettstößer, R. Mecking (Universität Kiel)

    Kooperationen: Geographisches Institut Universität Mainz, Institut für Geophysik der Universität Kiel, Soprintendenza per il Colosseo, il Museo Nazionale Romano e l'area archeologica di Roma

    Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

     



  • März 2015: Feldforschungskampagne in Nabatäerstadt Elusa (Israel)

    Vom 9.2. bis 15.3.2015 führte das Archäologische Institut Köln in Kooperation mit dem israelischen Antikendienst eine fünfwöchige Forschungskampagne in der von Nabatäern begründeten Stadt Elusa (Haluza) durch. Die am nördlichen Rand der Wüste Negev gelegene Siedlung wurde wahrscheinlich im 3. Jh.v.Chr. als Karawanenstation auf der von Petra kontrollierten Weihrauchstraße von Arabien zum Mittelmeer gegründet und entwickelte sich vor allem in der römischen Kaiserzeit und Spätantike zum größten urbanen Zentrum der Region. Begünstigt durch eine Feuchteperiode zwischen dem 3. und 6. nachchristlichen Jahrhundert entstand im nördlichen Negev in diesem Zeitraum eines der produktionsstärksten Weinanbaugebiete des östlichen Mittelmeerraums mit weitreichenden Handelsverbindungen. Elusa war sein administratives und wirtschaftliches Zentrum mit dem einzigen Theater der Region und eigenem Bischofssitz. Die Stadt gehört heute zum Unesco-Weltkulturerbe 'Weihrauchstraße'.

    Die etwa 80 Hektar umfassende Stadt liegt weitgehend unerforscht unter dem Wüstensand und wurde bislang nur in wenigen Randbereichen untersucht. Ihre Struktur und Entwicklung zwischen dem 3. Jh.v. und 8. Jh.n.Chr. sind unbekannt. Die im Frühjahr 2015 durchgeführte Kampagne hatte primär zum Ziel, das Potential des Ortes für weiterführende urbanistische Untersuchungen zu prüfen. Durchgeführt wurden eine systematische Drachenbefliegung, ein großflächiger Survey, Tests mit verschiedenen geophysikalischen Prospektionsmethoden sowie drei stratigraphische Sondagen an ausgewählten Punkten des Straßensystems. Mithilfe von Luftibildern und Geophysik lassen sich Straßennetz und Bebauungsstruktur in größeren Zügen rekonstruieren. Bei den Grabungen zeigte sich, dass der Ort nicht schon im 6. Jh., wie bislang angenommen, sondern erst nach einer früharabischen Nachbesiedlung vermutlich im 8. Jh. verlassen wurde. Zwar wurden im 19. Jh. die oberirdisch sichtbaren Steinblöcke zum Bau von Gaza-Stadt abgeführt, doch blieben alle unter dem Sand liegenden Partien bis heute ungestört. Die noch erhaltenen Gebäudestrukturen erreichen Höhen von 3-5 m. Erstaunlicherweise wurden sämtliche Straßen in der Spätantike mit einem noch vollständig erhaltenen, hervorragend gefugten Plattenpflaster versehen, einem außergewöhnlichen Dokument des städtischen Wohlstands Elusas in diesem Zeitraum. Unter der Pflasterung fanden sich bis zu 20 ältere Straßenhorizonte, welche einen kontinuierlichen Anstieg des Nutzungsniveaus um bis zu 2 m dokumentieren. Eine besondere Überraschung war der Nachweis eines aufwendig gebauten Abwasserkanalsystems. Offenbar verlaufen unter den Hauptstraßen Hauptkanäle, die mit einer Breite von 50 cm und einer Höhe von 75 cm ungewöhnlich groß dimensioniert sind. Einer der Kanäle konnte über eine Länge von ca. 50 m erforscht werden. Hierbei wurden zahlreiche kleinere Seitenkanäle beobachtet, welche die benachbarten Gebäude entwässerten und offenbar gleichzeitig mit dem Hauptkanal angelegt wurden. Das Abwassersystem dokumentiert nicht nur den hohen Lebensstandard und Organisationsgrad der Stadt, sondern könnte ein weiteres Indiz für die wesentlich höheren Niederschlagsmengen im Negev in der Spätantike sein. Weitere Informationen zum Projekt...

     

    Teilnehmer: M. Heinzelmann (Leitung), T. Gini-Erickson (Ko-Direktorin und Keramik), M. Broisch, T. Fuchs, D. Heinzelmann, K. Miller, A. Müller, F. Nitschke, N. Pickartz, N. Pini, M. Röhl, A. Recht, R. Sardak, Ch. Schöne, A. Schröder, J. Seidel

    Kooperationen: Israel Antiquity Authority, Israel Nature and Parks Authority, Institute of Archaeology University of Haifa

     



  • Februar 2015: Aufarbeitungs- und pXRF-Messkampagne in Tirana (Albanien)

    Zur Aufarbeitung der Fundmaterialien aus dem Grabungsprojekt Dimal (Albanien) fand Ende Januar eine zweiwöchige Aufarbeitungskampagne im Depot des Instituti i Arkeologjisë in Tirana statt. Im Zentrum der Untersuchungen stand die teilweise hervorragend erhaltene Fundkeramik aus den 2014 gefundenen Gräbern.

    Daneben wurden erstmals Messungen mittels eines portablen Röntgenfluoreszenzgeräts an Keramikfragmenten, Ziegeln und Terrakotten durchgeführt. Ziel ist die Herausarbeitung lokaler und regionaler Produktionsstätten. Zum Vergleich sollen in Zukunft weitere Messungen an Funden anderer Ausgrabungsorte durchgeführt werden.

     

    Teilnehmer: Ch. Römer-Strehl, B. Muka, Ch. Schöne, A. Schröder

    Kooperation: Instituti i Arkeologjisë (Qendra e Studimeve Albanologjike), Tirana

     



  • Januar 2015: Neues DFG-ANR-Projekt 'CERAMEGYPT' bewilligt (2015-18)

    Im Rahmen des DFG-ANR-Programms zur Förderung deutsch-französischer Kooperationen unternimmt das Archäologische Institut Köln in Kooperation mit dem Centre d’Études Alexandrines seit 2011 ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Erschließung hellenistischer und römischer Keramik aus Alexandria und Chora.

    In einem neu bewilligten zweiten Projektabschnitt wird das Vorhaben ab 2015 auf ganz Ägypten ausgedehnt. Ausgehend von stratifizierter Fundkeramik aus jüngeren Grabungen sollen systematische keramologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt werden. Insbesondere ist es ein Anliegen, die in Ägypten  hergestellte Keramik hinsichtlich Chronotypologie und Produktionsort genauer zu erfassen. Hierzu ist ab 2011 ein eigenes Labor im CEA in Alexandria aufgebaut worden. Hauptansatzpunkt sind Messungen mittels portabler Röntgenfluoreszenzgeräten. Die Ergebnisse werden über eine in Köln entwickelte internetfähige Referenzdatenbank zugänglich gemacht und dienen als Grundlage für weiterführende wirtschaftshistorische Fragestellungen. Das von einem größeren Verbund beteiligter Wissenschaftler getragene Projekt wird jeweils hälftig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Agence Nationale de la Recherche finanziert und ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

    Leitung: Michael Heinzelmann, Marianne Bergmann, Jean-Yves Empereur, Pascale Ballet
    Kooperation: Centre d'Études Alexandrines (Alexandria), Maison de l'Orient et de la Méditerranée (Lyon), Institut Francais d'Archéologie Orientale (Kairo), Institut für Archäologische Wissenschaften, Abt. II Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen sowie Hilfswissenschaften der Altertumskunde (Univeristät Frankfurt)
    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Agence Nationale de la Recherche

     

     



  • November 2014: Antike Plastik 5.0:// - Jubiläumsband und Ausstellung

    Publikation


    Das Forschungsarchiv für Antike Plastik in Köln, heute Cologne Digital Archaeology Laboratory, hat in seiner nunmehr 50-jährigen Geschichte immer daran gearbeitet, archäologische Medien in einem dynamischen Archiv zu kontextualisieren und auf einer offenen Plattform zu erforschen. Der Band „Antike Plastik 5.0://“ verbindet das Jubiläum des Forschungsarchivs am 24. Oktober 2014 in Köln mit der Ausstellung „Antike Plastik 5.0:// - Dokumentationsmedien in der Archäologie von der Skizze zum 3D-Modell“, die von Oktober 2014 bis Februar 2015 im Akademischen Kunstmuseum der Universität Bonn zu sehen war. Die Medien Stichwerk – Gipsabguss – Foto und 3D-Modell werden der Geschichte und den Projekten des Forschungsarchivs gegenübergestellt und in Verbindung gesetzt. Somit ergänzt der Band die vom Forschungsarchiv herausgegebene Reihe „Monumenta Artis Romanae (MAR)“.

     

     

    Ausstellung

    Das CoDArchLab des Archäologischen Instituts präsentierte vom 26.10.2014 bis 01.02.2015 die Sonderausstellung „Antike Plastik 5.0:// Dokumentationsmedien in der Archäologie“ im Akademischen Kunstmuseum der Universität Bonn.
    Kölner Studierende der Archäologie haben über vier Wochen in Bonn gearbeitet, gestrichen, Gipse geschoben, Beschriftungen geklebt und Vitrinen platziert. Das Ergebnis war eine Ausstellung, die die vier Bildmedien Stichwerk – Abguss – Foto - 3D-Modell und deren Einfluss auf die Erforschung der antiken Skulptur vom 17. Jahrhundert bis in die heutige Zeit thematisierte. Was ermöglichten diese Medien und was bieten sie uns noch heute? Warum werden Gipsabgüsse gesammelt? Wie objektiv sind Fotos antiker Skulpturen? Neben originalen Kupferstichen wurden Fotos und historische Gipsabgüsse gezeigt, die der neuen Technologie der 3D-Modelle und 3D-Ausdrucke gegenübergestellt waren. Durch dreidimensionale Projektionen wurde das digitale Objekt räumlich erfahrbar. Ausstellungsinseln behandelten Projekte des CoDArchLab, die sich in den vergangenen Jahren mit den gezeigten Dokumentationsmedien auseinandergesetzt haben.
     

    Austellungsposter

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Link: Rezension der Ausstellung

    Kooperation: Akademisches Kunstmuseum Bonn

    Leitung: Michael Remmy, Paul Scheding, Nele Schröder

    Mitarbeiter: C. Bammesberger, M. Bosnak, C. Consten, T. Dulmovic, L. Jureczko, K. Miller, A. Öller, R. Rütt, A. Skolik, S. Smole, L. Stei



  • Oktober 2014: Geophysikalische Prospektionen in Vibo Valentia und Selinunt (Italien)

    Vom 31.8. bis 20.9.2014 fanden geophysikalische Prospektionen in Süditalien und Sizilien statt. Im kalabrischen Ort Vibo Valentia wurden in Zusammenarbeit mit dem lokalen Museum Teile des antiken Stadtareals im Kontext eines Tempels untersucht.

    In Selinunt erfolgten in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut ausgedehnte Prospektionen im Umfeld des östlichen Hafenareals. Zum Einsatz kamen Magnetometrie, elektrische Widerstandsmessung und Georadar.

    Teilnehmer: M. Broisch (Koordination), S. Hillmann, L. Kreuzburg, Sh. Moshfeq Nia, A. Recht, J. Seidel

    Kooperationen: Museo archeologico statale Vito Capialbi (Vibo Valentia), Deutsches Archäologisches InstitutRom, Archäologisches Institut Bonn

     



  • August 2014: Geophysikalische Prospektionen in Baiae (Italien)

    Im Rahmen des Dissertationsprojekts von Matthias Nieberle zur Untersuchung des spätrepublikanisch-kaiserzeitlichen Bäderorts Baiae fanden vom 22. bis 29.8. geophysikalische Prospektionsarbeiten statt. Mittels Georadar und elektrischer Widerstandsmessungen wurden die Freiflächen zwischen den komplexen Gebäudestrukturen untersucht, wobei sich neue Aufschlüsse zur Vervollständigung der Gebäudegrundrisse und zu eventuellen Vorgängerstrukturen ergaben.

    Teilnehmer: Manuela Broisch (Koordination), Michael Heinzelmann, Matthias Nieberle, Ann-Kathrin Ruland, Jennifer Schamper, Arne Schröder, Janine Seidel

    Kooperation: Soprintendenza per i Beni Archeologici di Napoli

     



  • September 2014: Erasmus-Intensivprogramm am Dakischen Ostlimes (RO) – Zweite Kampagne

    Vom 17.8. bis 15.9.2014 fand die zweite Kampagne am Dakischen Ostlimes (Kreis Mureş) mit Dozenten und Studierenden aus Deutschland, Ungarn und Rumänien statt – fortgeführt wurden Feldbegehungen an Kastellstandorten und Wachttürmen am Fuße der Ostkarpaten sowie die Grabungen in den principia, im vicus und in der Badeanlage von Călugăreni.

    Bei den Prospektionen, denen die Auswertung von Luftbildern und Archivmaterial zugrundeliegt, gelang die Lokalisierung zweier Wachtürme bei Mărculeni in den Becheci-Bergen und bei Monor in den Călimani-Bergen. Sie gehörten zu einer Kette von Wachtürmen, die den Kastellen vorgelagert waren. Bei Mărculeni konnte außerdem ein seit längerem bekannter Fundplatz eines bronzezeitlichen Hortes wieder ausfindig gemacht werden; in einer anschließenden Sondage wurden 40 weitere Gegenstände des Hortes (Sicheln, Äxte, Messer und Bronze-Rohmaterial) geborgen und ihre Fundlage in 3D-Fotografien festgehalten.

    Die geophysikalischen Prospektionen erfolgten mittels geo-elektrischen Widerstandsmessungen im Umfeld des Kastells von Călugăreni und mit geomagnetischen Untersuchungen in und um die Kastelle von Sărăţeni und Brâncoveneşti. Die Grabungen in Călugăreni hatten zum Ziel, Grundriss und Phasen der principia zu klären, eine Badeanlage weiter freizulegen und ein Grundstück im vicus, im Zentrum der Siedlung zwischen Kastell und Badeanlage, zu untersuchen.

    Die Arbeiten wurden von der Fundbearbeitung und der Restaurierung der Kleinfunde begleitet. Parallel dazu führten die Bauforscher Bauaufnahmen historischer Gebäude in der Region, unterstützt durch 3D-Laser-Scanning, durch und erstellten Entwürfe zur Präsentation der römischen Fundstellen. Durch die Einbindung des Projektes in die Kultur- und Tourismusförderung der Region beteiligten sich die Teilnehmer an einem Römer- und Renaissance-Festival in Călugăreni, bei dem die Ergebnisse des Projektes der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

    Beteiligte Institutionen: Humboldt-Universität Berlin, Universität zu Köln, Universitatea Babeş-Bolyai Cluj-Napoca, Műszaki és Gazdaságtudományi und Eötvös Loránd-Tudományegetem Budapest, Fachhochschule Erfurt/Fachrichtung Konservierung und Restaurierung, Pécsi Tudományegetem und Universitatea Petru Maior Târgu Mureş

    Teilnehmer Dozenten: C. Höpken, M.Fiedler, Ch. Merzenich, E. Krieger, G. Döhner, K. Petrovsky, M. Grote, St.Wachsmann, S. Mustaţa, Z. Vasáros, C. Gaul, L. Lenkey, Á. Lenkey-Bőgér, M. Pethe, M. Szabó, K. Sidó, Z. Soós, S. Pánczél, I. Bajusz, Z. Molnár, N. Man, L.Vass; Assistenz: M.-H. Grunwald, R. Botond, A. Dobos, A. Szabó, K. Ötvös, R. Németh, D. Cioata, N. Dorottya, A. Lumezeanu; Studierende: F. Lehmann, J. Casties, Ch. Rochlitzer, H. Knittel, J. Liebscher, M. Koch, F. Askin, J. Hofer, M. Linne von Berg, U. Schröder, V. Tyrsin, S. Kolberg, T. Krieg, L. Loth, Á. Lévay, J. Piroska Bakos, B. Csendes, E. Balogh, Z. Füsi, K. Horváth, N. Csobolya, T. Kelemen, A. Bíró, V. Lőcsey, B. Balogh, J. Szabó, S. Kolozsi, N. Simó, I. Bozsó, G. András Hutka, A. Kiss, K. Lőrincz, P. Szilágyi, D. Szűcs, T. Bozóki, F. Csurgai, J. Grüll, Z. Jáger, Z. Kiss, D. Liebl, Á. Szemerédi, I. Farkas, A. Kiss, C. Szénásy, I. Talabér, B. Szász, M. Bajusz, L. Daczó, Á. Balázs, J. Katona, E. Hompoth, B. Burkhardt, A.-M. Bálint, M. Jula, O. Szilágyi, B. Horvát-Nagy, R. Toth, S. Oláh, H. Szász, R. Kócza, C. Bonta, A. Starciuc, A. Balas, B. Simonffy-Kiss

    Finanzierung: Erasmus Intensivprogramm, Mureş County Council, Kreismuseum Mureş, Műszaki és Gazdaságtudományi Budapest, Eötvös Loránd-Tudományegetem Budapest.

     

     



  • August 2014: KuBA 2013 - Dritter Band erschienen

    Im August ist der dritte Band der Zeitschrift 'Kölner und Bonner Archaeologica' (KuBA) erschienen. Diese wird von den beiden Archäologischen Instituten der Universitäten Köln und Bonn herausgegeben und dient der gemeinsamen Darstellung laufender Forschungsprojekte und bietet jungen Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, erste Forschungsergebnisse zu präsentieren. Weitere Schwerpunkte sind Berichte aus den Sammlungen und anderen Arbeitsbereichen wie der ArchäoInformatik und der ArchäoGeophysik.

    Inhaltsverzeichnis

     

     

     

     



  • August 2014: Summer school in Alba Iulia/Rumänien – Zweite Kampagne

    Vom 18.7. bis 16.8. wurde mit 17 Dozenten und 48 Studierenden aus Deutschland, Ungarn und Rumänien eine Lehrgrabung in einem Heiligtumsbezirk von Apulum/Alba Iulia (Rumänien) durchgeführt. Die Grabungsstelle liegt neben dem vor längerer Zeit ergrabenen Liber Pater-Heiligtum; 2003 war in einem benachbarten Areal ein nach Osten ausgerichteter Altar entdeckt worden, der DEO INVICTO geweiht war. Wegen dieser Inschrift und des tiefer liegenden Bodenniveaus wurde hier ein Mithraeum vermutet.

    Nachdem im letzten Jahr Mauerzüge und eine Schuttschicht aus Baumaterial freigelegt worden waren, konnte in diesem Jahr weiter abgetieft werden. Es zeigte sich, dass das Gelände nach Norden abfällt und das im Vergleich zum Liber Pater-Bezirk vertiefte Bodenniveau nicht auf einen vertieften Raum sondern auf eine Geländestufe zurückzuführen sein könnte. Zudem lassen Mauervorlagen an frei stehende Mauern und nicht an ein geschlossenes Gebäude mit Innenräumen denken. Dennoch dürfte es sich um einen religiösen „Raum“ handeln, denn der Altar von 2003 und die zahlreichen Funde von Räucherkelch- und Terrakottafragmenten sowie die oft recht vollständig erhaltenen Lampen weisen auf eine Nutzung als Kultraum hin.

    Parallel zu den Arbeiten im Feld wurden in der Fundaufnahme Keramik, Knochen und Kleinfunde gesäubert und bearbeitet. Von den Studierenden wurden sie in einer Datenbank registriert und in Foto, Zeichnung und/oder Frottage dokumentiert. In der angeschlossenen Restaurierungswerkstatt erfolgte direkt die Konservierung und Restaurierung der Metallfunde. Jeweils am Ende der Woche erläuterten die Studierenden auf der „site tour“ und der „lab tour“ der ganzen Gruppe die Ergebnisse der Woche.

    An den Wochenenden wurden Ausflüge nach Mühlbach/Sebeș, Klausenburg/Cluj, Hermannstadt/Sibiu und Sarmizegetusa Regia unternommen.

    Beteiligte Institutionen: Universitatea 1. Decembrie 1918 Alba Iulia, Universität zu Köln, Universitatea Babeş-Bolyai Cluj-Napoca, Műszaki és Gazdaságtudományi und Eötvös Loránd- Tudományegetem Budapest, Pécsi Tudományegetem und Universitatea Petru Maior Târgu Mureş

    Mitarbeit: Doru Bogdan, Silvia Mustață, Alpár Dobos, Gabriel Sicoe, Szilamér-Péter Pánczél, Loránt Vass, Máte Szabó, Manuel Fiedler, Katalin Sido, Alexandru Diaconescu, Constanze Höpken, Marie-Hélène Grunwald, Dorottya Nyulas, András Szabó, Koppány Ötvös, Dávid Petruț, Angela Lumezeanu

    Studierende: Andrea Bálint, Marion Maselter, Ann Katrin Farsen, Nadina-Rodica Zănoagă, Anamaria Ștefania Balaș, Răzvan Gaspar, Tanja Dujmovic, Emese Hompot, Evelyn Ciocan, Ann-Kristin Jäger, Nikolett Semsei, Ștefania Dogărel, Eszter Horváth, Brigitta Ecsedy-Baumann, Silvia Smaranda Pop, Katarina Radonic, Tímea Miklós, Ioana Maria Oniga, Patricia Tăuț, Zsófia Kántor, Brigitta Simonffy-Kiss, Matthias Angenendt, Raul Trif, Peter Meurer, Philip Breidenbroich, Csaba Izsán, Dan Dumitru Căliani, Sebastian Knura, Csaba Szénásy, Ádám Lisztes, Jan Müller, Máté Benjámin Tóth, Ákos Pomázi, Filip Mircea Megieșan, Alexandru Starciuc, Răzvan-Florin Dumitru, Cristian Radu Ola, Csaba Szabó, Bianca Trăilescu, Ana Fetcu, Diana Mealha, Ștefan Wagner, Marius Stan, Sebastian Manoilescu, Ákos Pomázi, Levente Daczó, Dragoș Mitrofan, Ionuț Ologu

    Finanzierung: Erasmus Intensivprogramm

     



  • Juli 2014: Vierte Grabungskampagne in Dimal (Albanien)

    Vom 13. bis 28. Juli 2014 fand die inzwischen vierte Grabungskampagne im illyrischen Bergort Dimal statt. Während sich die vorangegangenen Kampagnen auf die Untersuchungen der Stadt und ihre Entwicklung konzentrierten, lag der Schwerpunkt der diesjährigen Kampagne auf ihrem Suburbium. Hier konnten in zwei Nekropolengebieten, die bei vorangegangenen Begehungen festgestellt worden waren, jeweils ein Teilausschnitt mit mehreren Gräbern untersucht werden. Auf einem Hügelsporn im Nordwesten des Stadtgebietes wurden die Reste mehrerer Körperbestattungen nachgewiesen, von denen eine noch vollständig mit zahlreichen Beigaben erhalten war (Trachtbestandteile, Waffen, Bronze- und Keramikgefäße, Kochutensilien und Bratspieße). Daneben fanden sich Reste von Tumulusgräbern mit Ziegelkisten für Brandbestattungen. Eine vorläufige Datierung dieser Gräber weist auf das 3. Jh.v.Chr. hin. Demgegenüber waren die Körperbestattungen der zweiten Nekropole im Südwesten weniger reich ausgestattet und gehörten offenbar dem 2./1. Jh.v.Chr. an. Die Nekropolen scheinen demnach den beiden Hauptsiedlungsphasen der Stadt vor bzw. nach der römischen Annexion zugeschrieben werden zu können.

    Überraschenderweise wurden im Bereich einer vom westlichen Haupttor nach Apollonia führenden Ausfallstraße Reste eines Baptisteriumbaus mit einem gut erhaltem Taufbecken gefunden. Die sorgfältig gefertigte Anlage bestand gänzlich aus wiederverwendeten Ziegeln der hellenistischen Stadtmauer und weist zwei Nutzungsphasen vermutlich aus dem 5. und 6. Jh. auf. Diese Befunde ergänzen die 2013 auf der Akropolis nachgewiesene spätantike Siedlungsphase.

    Teilnehmer: Michael Heinzelmann, Belisa Muka, Marlon Koçi, Ariol Porja, Christian Schöne, Arne Schröder, Ilir Zaloshnja

    Kooperation: Archäologisches Institut Tirana, Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege Fachhochschule Köln

     



  • Juni 2014: Zweite Fotokampagne in Bonn

    Im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Akademischen Kunstmuseum (AKM) findet vom 23. – 27 Juni bereits die zweite diesjährige Fotokampagne in Bonn statt. Die Gipsabgußsammlung des Akademischen Kunstmuseums der Universität Bonn wird von Seiten des Forschungsarchivs für antike Plastik/CoDArchLab seit 1998 sukzessive fotografisch erfasst und in die Datenbank Arachne integriert. Die altertumswissenschaftliche Forschung und Lehre erhält durch die Bilder in Arachne Zugang zu einer umfangreichen Ressource der Universität Bonn im Bereich der griechischen Kunst.

    In dieser zweiten Kampagne 2014 wurden auch erstmals einzelne Skulpturen und Statuen-gruppen für eine 3-Dimensionale Darstellung dokumentiert. Ziel ist es, die Medienbestände des Kölner Forschungsarchivs um eine neue Facette zu erweitern und zukünftig 3D Objekte in Arachne darstellen zu können. 

     

     

    Link: Die Abgußsammlung des AKM Bonn in Arachne

     

    Kooperation: Akademisches Kunstmuseum Bonn

     

    Mitarbeiter: N. Schröder, P. Scheding, M. Remmy, G. Geng, Ch. Schöne, A. Schröder



  • Mai 2014: Die Antike in Zeichnung, Plan und Bauaufnahme in Arachne

    Das CoDArchLab der Universität zu Köln arbeitet seit Februar 2012 mit dem Deutschen Archäologischen Institut Rom an der digitalen Aufbereitung und wissenschaftlichen Kontextualisierung der Sammlung »historische Handzeichnungen« und des sog. »Architektenarchivs«.

    Die Ergebnisse des DFG geförderten Projektes »Die Antike in Zeichnung, Plan und Bauaufnahme in Arachne: primäre Dokumentationsmaterialien des 19. und 20. Jahrhunderts im Deutschen Archäologischen Institut Rom« sind über die Objektdatenbank ARACHNE nun weltweit kostenlos zugänglich. Arachne ist die zentrale Objektdatenbank des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) und des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln, administriert von Reinhard Förtsch. Die Bestände von etwa 9.500 Handzeichnungen enthalten folgende Komplexe: Keramik (abgeschlossen), Wandmalerei, Topographie, Architektur, Skulptur sowie Kleinfunde (in Arbeit).

    Link: http://arachne.uni-koeln.de/drupal/?q=de/node/335

    Leitung: Prof. Dr. R. Förtsch – Dr. Th. Fröhlich

    Kooperation: Deutsches Archäologisches Institut Rom

    Mitarbeiter: Sebastian Cuy (IT), Francesca Garello (Archiv), Shabnam Moshfegh Nia (CoDArchLab), Marina Unger (DAI Rom), Fabian Zavodnik (IT) 

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)



  • Mai 2014: Zweite Prospektionskampagne in Weibern

    Auf Einladung und mit der freundlichen Unterstützung des Historischen Ortvereins Weibern fanden vom 22.5. bis 27.5.2014 weitere geophysikalische Prospektionen im Süden des Ortgebiets statt. In diesem Bereich wurden bereits in einer im vergangenen Jahr durchgeführten Vermessungskampagne ausgedehnte Reste römischer Baustrukturen nachgewiesen, die vermutlich zu einer Villa gehören. Zum Einsatz kamen Magnetometrie und elektrische Widerstandsmessung. Die Kampagne wurde auch zu einem Theorie- und Praxisseminar mit Georadar verbunden, das von Frau Dr. Wunderlich (Kiel) geleitet wurde. Ferner fand eine Befliegung mittels Fotodrohne statt, um ein digitales Geländemodell zu erstellen.

    Teilnehmer: M. Nieberle, M. Broisch, T. Grimberg, M. Heinzelmann, M. Bosnak, A.-K. Ruland, A. Schröder, M. Thurn, J. Traber, T. Wunderlich

    Kooperationen: Historischer Ortsverein Weibern

     



  • April 2014: Geophysikalische Untersuchungen in Trier

    Im Rahmen eines Dissertationsprojektes von M. Drechsler zur Untersuchung der Trierer Stadtmauern und ihres Vorfelds fanden vom 21. bis 24.4.2014 geophysikalische Prospektionen im Südosten des antiken Stadtgebietes statt. Zum Einsatz kamen elektrische Widerstandsmessungen, Georadar und Magnetometrie.

    Teilnehmer: M. Drechsler, L. Kreuzburg, Sh. Moshfegh Nia, A. Recht, A. Schröder, J. Seidel, Ch. Schöne

    Kooperation: Rheinisches Landesmuseum Trier

     

     

     

     

     

     



  • November 2013: Prospektionen in Weibern und Alpen

    Im Rahmen einer Übung fanden zwischen dem 25.10. und 3.11.2013 geophysikalische Prospektionen in Weibern (Eifel) und Alpen/Drüpt bei Xanten statt. Zum Einsatz kamen hierbei Magnetometrie, elektrische Widerstandsmessung und Georadar.

    IIn Weibern wurde auf Einladung des historischen Ortsvereins eine Fläche im Tal südlich von Weibern prospektiert, die bereits durch Oberflächenfunde als mögliche Siedlungsstelle identifiziert worden war. Bei den Prospektionen ergaben sich nun klare Hinweise auf eine ausgedehnte Bebauungsstruktur bestehend aus mehreren Einzelgebäuden und einer äußeren Umfassungsmauer, bei der es sich vermutlich um eine große Villenanlage handelt.

    In Alpen/Drüpt wurden in Kooperation mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege (Außenstelle Xanten) die bereits in den vorangegangenen Jahren durchgeführten Untersuchungen fortgesetzt. Die hierbei festgestellte Doppelwallanlage könnte auf die Existenz eines weiteren römischen Militärlagers hinweisen.

    Teilnehmer: M. Nieberle, M. Broisch, Ph. Hagdorn, M. Heinzelmann (Leitung), M. Bosnak, J. Cetinkaya, G. Heeren, S. Hoppen, S. Knura, M. Kuk, Ch. Matzke, L. Mills-Möller, C. Molden, K. Radonic, A.-K. Ruland, A. Schröder, M. Thurn, J. Traber, N. Wolf

    Kooperationen: Historischer Ortsverein Weibern, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege (Außenstelle Xanten)

     



  • Oktober 2013: Geophysikalische Prospektionen in Karthago, Chemtou (Tunesien) und Albano (Italien)

    Vom 14. September bis 8. Oktober fanden in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut Rom drei unmittelbar aufeinander folgende geopyhsikalische Prospektions-kampagnen in Tunesien und Italien statt. Vom 14.-18.9. wurden zunächst Prospektionen (Magnetometrie und Georadar) in Karthago durchgeführt, wobei die Region des Zirkus und die Ostseite des Byrsa-Hügels im Zentrum standen. Es folgte vom 19.-29.9. die inzwischen dritte Kampagne in Chemtou, bei der erneut das Stadtgebiet im Nordwesten sowie Bereiche südlich des Steinbruchgebiets untersucht wurden. Den Abschluss bildeten Prospektionen in Albano und im Bereich der päpstlichen Villa in Castelgandolfo.

    Teilnehmer: R. Bockmann (Leitung Karthago), Ph. von Rummel (Leitung Chemtou), A. Busch (Leitung Albano), Geophysikteam: M. Broisch, B. Burandt, Sh. Moshfegh Nia, Ch. Schöne, J. Seidel; M. Heinzelmann (Koordination)

    Finanzierung/Kooperation: Deutsches Archäologisches Institut Rom

     

     

     



  • September 2013: Hafenforschungen in Ostia (Italien)

    Im Rahmen des Projekts zur Untersuchung des Flusshafens in Ostia als Teil des DFG- Schwerpunktprogramms "Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter" fand vom 8.-29.9.2013 eine zweite Kampagne statt. Schwerpunkte bildeten erneut die geoarchäologische und geophysikalische Untersuchung des Flusshafenbeckens in Regio III sowie die Untersuchung und Bauaufnahme der Tor Boacciana, deren antiken Baureste in der bisherigen Forschung als mutmaßlicher Leuchtturm an der ehemaligen Tibermündung angesprochen werden.

    Im Bereich des Hafenbeckens erfolgten unter Leitung von Prof. Andreas Vött (Geographisches Institut der Universität Mainz) intensive geoarchäologische Untersuchungen. Neben weiteren elektrischen Tomographiemessungen lag der diesjährige Schwerpunkt auf Bohrungen und Sedimentanalysen. Zusätzlich erfolgten unter Leitung von Prof. Wolfgang Rabbel (Institut für Geowissenschaften Universität Kiel) intensive geophysikalische Prospektionen (Georadar, Seismik, Geoelektrik). Die Auswertungen sind nicht abgeschlossen, doch weisen erste Indizien darauf hin, dass das Hafenbecken in der Regio III ursprünglich wesentlich größer war und im Verlauf der Kaiserzeit durch Überbauung schrittweise verkleinert wurde.

    Unter Leitung von Prof. Corinna Rohn (Hochschule Wiesbaden, Fachbereich Architektur) widmete sich eine weitere Arbeitsgruppe der Vermessung und systematischen Dokumentation der Tor Boaccina ganz im Westen des antiken Stadtgebiets. Dieser auf das frühe 15. Jh. zurückgehende Wehrturm ruht auf substantiellen Resten antiker Vorgängerstrukturen, welche aufgrund ihrer Massivität und Lage an der antiken Flussmündung als mutmaßlicher Leuchtturm angesehen werden. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, es zeichnet sich jedoch eine wesentlich kompliziertere Baugeschichte als ursprünglich angenommen ab. Die frühesten Nutzungsphasen reichen offenbar ins 2. Jh. zurück umfangreichem spätantiken und frühmittelalterliche Umbauten.

    Teilnehmer: M. Heinzelmann, C. Rohn, A. Vött (Leitung), M. Nieberle (Koordination), W. Rabbel, T. Wunderlich, K. Guhrke, Ph. Leineweber, E. Erkul, M. Wenk (Geophysik), A. Ertugul, P. Fischer, P. Henning, St. Ludwig (Geoarchäologie), A. Diederich (Geodäsie), A. Stock, D. Mest, N. Spira, C. Eckes, A. Schröder, D. Wozniok (Vermessung, Bauaufnahme)

    Kooperationspartner: Geographisches Institut der Universität Mainz, Arbeitsgruppe Geoarchäologie , Fachbereich Architektur Hochschule Wiesbaden, Arbeitsgruppe Baugeschichte, Institut für Geowissenschaften Universität Kiel, Arbeitsgruppe für Angewandte Geophysik, Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Roma

    Finanzierung: DFG-Schwerpunktprogramm 1630 "Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter"

     



  • September 2013: Dritte Grabungskampagne in Dimal (Albanien)

    Vom 18.8. bis 4.9.2013 fand eine dritte Grabungskampagne in der illyrischen Bergsiedlung Dimal (Albanien) statt. Bei dem in Kooperation mit dem albanischen Archäologischen Institut durchgeführten Projekt konzentrierten sich die diesjährigen Arbeiten auf die Untersuchung der Akropolis und des 2011 entdeckten Stadttors.

    Auf der Akropolis wurden 2011 auf der westlichen Kuppe des Bergplateaus ein Tempel sowie ein öffentliches Gebäude erfasst, die sich mit ihren Fassaden auf einen östlich anschließenden Platz orientierten. 2013 sollte dessen östliche Randbebauung untersucht werden. Es zeigte sich, dass die Platzfläche mittels Felsabarbeitungen eine Ostwest-Erstreckung von ca. 60 m erreichte, wohingegen sie auf der Nord- und Südseite durch Terrassierungsmauern und Portiken gefasst war. Auf der Ostseite wurden die Fundamente eines kleinen an den Fels gelehnten Gebäudes freigelegt. Ungewöhnlich reiches hellenistisches Fundmaterial mit einem breiten Spektrum an Trinkgeschirr könnte auf einen kultischen Zusammenhang hinweisen. Überraschenderweise wurde im gesamten Bereich eine intensive spätantike Besiedlung festgestellt werden, die vermutlich im 4. Jh. einsetzte und bis ins 6. Jh. reichte. Sie ergänzt die 2011 freigelegte Kirche im Westen der Akropolis.

    In der Kampagne 2011 wurde im Westen der Siedlung der südliche Turm eines Stadttores des äußeren Mauerrings freigelegt, welches aufgrund seiner Lage als Haupttor in Richtung Apollonia verstanden werden kann. In dieser Kampagne sollte der Nordturm und die eigentliche Torkammer freigelegt werden. Hierbei zeigte sich, dass die Bautechnik des Turms und der Stadtmauer derjenigen von Apollonia entsprach: auf einem 2-3 lagigen Sockel großer Kalksteinquader bestand das aufgehende Mauerwerk aus gebrannten Ziegeln. Der Nordturm und das Tor wurden in einem großen Feuer zerstört und nicht mehr aufgebaut. Möglicherweise steht die Zerstörung im Zusammenhang mit der Auflassung der Siedlung in spätrepublikanisch-augusteischer Zeit.

    Leitung: Michael Heinzelmann, Belisa Muka
    Teilnehmer: Manuela Broisch (Koordination), Ariol Porja, Rita Sardak, Christian Schöne, Janine Seidel, Ruth Stiefelhagen, Blerina Toçi (Schnittleitung), Christiane Römer-Strehl (Keramik), Dorothee Heinzelmann (Bauaufnahme), Ilir Zaloshnja (Kleinfundzeichnung)
    Kooperation: Archäologisches Institut Tirana, Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege Fachhochschule Köln

     



  • September 2013: Summer school in Alba Iulia/Rumänien – Ausgrabungen in einem Heiligtumsbereich von Apulum

    Vom 19.8. bis 15.9. wurde mit 15 Dozenten und 48 Studierenden aus Deutschland, Ungarn und Rumänien eine Lehrgrabung in einem Heiligtumsbezirk von Apulum/Alba Iulia (Rumänien) durchgeführt. http://apulumip.blogspot.ro Die Grabungsstelle liegt neben dem vor längerer Zeit ergrabenen Liber Pater-Heiligtum. In einem Suchschnitt wurde bereits 2003 ein nach Osten ausgerichteter Altar entdeckt, der Mithras geweiht war. Die Grabungen umfassen das östlich anschließende Areal, in dem ein Heiligtum vermutet werden darf. Während der diesjährigen Kampagne wurden zunächst Teile der Außenmauern und eine Schuttschicht aus Baumaterial des Gebäudes freigelegt, die eine gute Erhaltung des Befundes versprechen. Außer dem Altar von 2003 weisen Funde von Räucherkelchfragmenten und vollständigen Lampen auf eine Nutzung als Kultraum hin. In der Fundaufnahme wurde die Keramik von den Studierenden in einer Datenbank registriert und in Foto, Zeichnung und/oder Frottage dokumentiert. In der angeschlossenen Restaurierungswerkstatt erfolgte direkt die Konservierung und Restaurierung der Metallfunde. An den Wochenenden hatten die Studierenden bei Ausflügen nach Cluj, Roşia Montana und Sarmizegetusa die Gelegenheit, regionale Archäologie, Land und Leute kennen zu lernen.

    Beteiligte Institutionen: Universitatea 1. Decembrie 1918 Alba Iulia, Universität zu Köln, Universitatea Babeş-Bolyai Cluj-Napoca, Műszaki és Gazdaságtudományi und Eötvös Loránd- Tudományegetem Budapest, Pécsi Tudományegetem und Universitatea Petru Maior Târgu Mureş.

    Teilnehmer: Dozenten: Doru Bogdan, Beatrice Ciuta, Alexandru Diaconescu, Alpár Dobos, Manuel Fiedler, Constanze Höpken, Stefan Lipot, Silvia Mustață, Szilámér Péter Pánczél, Katalin Sidó, Máté Szabó und Lóránt Vass; Schnittleiter/Assistenz: Angela Lumezeanu, Koppány Ötvös und Marie-Hélène Grunwald; Studierende: Nándor Agócs, Alexandra Cornelia Ardelean, Funda Aşkın, Matyas Bajusz, Andrea-Melinda Balint, Cătălin Florentin Bîrlogeanu, Razvan Bogdan Gaspar, Ádám Bolla, Britta Burkhardt, Andrei Buta, Horatiu Cocis, Petru Cretu, Levente Daczó, Brigitta Ecsedy-Baumann, Ann-Katrin Farsen, Dorel Fechete, Cosmin Galdau, Ella Hetzel, Emese Hompoth, Eszter Horváth, Csaba Izsán, Ann-Christin Jäger, Norbert Kapcsos, Anita Kocsis, Zita Léhner, Swii Yii Lim, Reka-Beata Magyari, Marion Maselter, Zoltan Megyesi, Jan Müller, Attila Németh, Dorottya Nyulas, Valeria Pascik, Szilvia-Sára Péter, Julia Philipps, Ionut Rafai, Evan Scherer, Nikolett Ildikó Semsei, Marius Stan, Charlotte Stark, András Szabó, Csaba Szénásy, Sabrina Tatz, Emanuela Timisescu, Diana Elena Tomus, Róbert Toth, Raul Trif und Bogdan Ursu

    Finanzierung: Erasmus Intensivprogramm

     



  • September 2013: Kimmerik (Krim) - Grabungskampagnen 2012-2013

    Die Siedlung Kimmerik liegt an der Südostküste der Kertsch-Halbinsel auf dem Opuk, einem markanten, etwa 180 m hohen, Bergrücken. Der zentrale Bereich der antiken Siedlung befindet sich auf einem nach allen Seiten hin steil abfallenden Hochplateau und umfasst eine Fläche von mindestens 6,8 ha. Der durch die Geländetopographie am besten geschützte, etwa 1,3 ha große, Ostabschnitt des Plateaus (Zitadelle) ist durch eine mit Türmen verstärkte Abschnittsmauer vom übrigen Siedlungsareal getrennt. Das Fundmaterial spricht für eine Datierung der Siedlung und der Zitadelle vom 4. bis zum 6. Jh.

    Seit 2012 wird die Siedlung auf dem Opuk vom der Krim-Abteilung der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften (Internationales Süd-Bosporanisches Archäologisches Team) in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Institut (Abteilung Archäologie der Römischen Provinzen) der Universität zu Köln erforscht. Die Arbeiten der beiden ersten Grabungskampagnen konzentrierten sich auf den östlichen Bereich der Zitadellenbefestigung und den zentralen Bereich der vorgelagerten Siedlung.

    Unsere Sondagen am großen Nordwestturm und an der Abschnittsmauer haben gezeigt, dass die Abschnittsmauer der Zitadelle frühestens im letzten Viertel des 4. Jhs. errichtet wurde. Spuren einer älteren Vorgängerbefestigung fehlen bisher. Im Südwesten der Abschnittsmauer konnten wir das Westtor der Zitadelle freilegen. Ein in der Tordurchfahrt gefundener bosporanischer Stater des 3. oder 4. Jhs. gibt uns den terminus post quem für das Ende der ersten Nutzungsphase des Tores. Zu einem späteren, bisher noch nicht näher zu fassenden, Zeitpunkt wurde das Tor durch halbrund vorspringende Türme verstärkt. Das Fundmaterial aus den jüngsten Schichten datiert in die zweite Hälfte des . und die erste Hälfte des 6. Jhs.

    Im Vorfeld der Zitadelle haben wir im Zentrum der antiken Siedlung  ein teilweise in den anstehenden Felsen eingetieftes, etwa 9,0x4,5 m großes, Gebäude freigelegt. Die fast völlig vergangenen Lehmziegelmauern gründeten auf einem Sockel aus großen Bruchsteinen. Ein Denar des bosporanischen Königs Kotis III (ca. 227-233/234), der unter dem südöstlichen Eckstein des Hauses gefunden wurde, gibt den terminus post quem für die Errichtung des Baus. Auf dem Fußboden lag Keramik des 3. und frühen 4. Jhs., in den höheren (Verfüll-?)Schichten auch des 5. Jhs. Jüngeres Fundmaterial, wie es im Bereich der Zitadelle gefunden wurde, fehlte.

    Begleitend zu den Ausgrabungen wurde mit der Aufnahme der zahlreichen obertägig sichtbaren Baubefunde begonnen. Zahlreiche Gebäudereste, die im Vorfeld der Zitadelle und am Nordhang des Opuk zu erkennen sind, sprechen dafür, dass es sich um eine größere städtische Siedlung gehandelt haben muss, die erst im 3. Jh. angelegt wurde. In diese Zeit gehört auch eine am Opuk gefundene Grabinschrift, die einen Ortsvorsteher überliefert. Das Haupttor der Stadt ist im Norden zu lokalisieren. Eine rampenartige Zufahrt führt an dieser Stelle aus der Steppenebene hinauf zum Hochplateau. Tief in den Felsen eingeschnittene Geleisespuren belegen die intensive und lange Nutzung dieser Auffahrt durch größere Karren oder Wägen.

    Die Abschnittsbefestigung der Zitadelle scheint erst später, gegen Ende des 4. Jhs., errichtet worden zu sein. Ein möglicher Grund für den Ausbau der Festungsanlagen in dieser Zeit  könnte der von Konstantin Porphyrogennetos überlieferte Krieg zwischen Chersonesos und den Bosporanern gewesen sein. Bis in das 5. Jh. hinein dürften Stadt und Zitadelle nebeneinander existiert haben. Wann die Siedlung aufgegeben wurde ist noch nicht restlos geklärt. Zumindest die Zitadelle bestand noch mindestens bis in die erste Hälfte des 6. Jhs.

     

    Projektleitung: Dr. Valentina Mordvintseva   (Simferopol), PD Dr. Salvatore Ortisi (Köln)

    Mitarbeiter des Archäologischen Instituts: Sonja Dittebrandt M.A., Frederik Kirch M.A., Christoph Lindner, Vasili Tyrsin

     



  • August 2013: Tagungsband "Networks in the Hellenistic World" erschienen

    Im August ist der Tagungsband zum Internationalen Kolloquium "Networks in the Hellenistic World" erschienen, das vom 23.–26. Februar 2011 in Kooperation mit dem Archäologischen Institut Bonn abgehalten wurde.

    Herausgegeben von N. Fenn und Ch. Römer-Strehl enthält der Band 36 Beiträge namhafter Keramikforscher. Den Schwerpunkt der Beiträge bildet der östliche Mittelmeerraum (u.a. Albanien, Griechenland, Türkei, Levante, Ägypten, Zypern).

    Inhaltsverzeichnis und Einführung....

    Zur Bestellung....

     

     

     

     

     

     

     



  • Juli 2013: Vicus Nettersheim: die Grabungskampagne 2013

    In der sechswöchigen Grabungskampagne vom 22.07.- 30.08. konnten wir verschiedene Bereiche des Vicus näher untersuchen. Unterhalb des bekannten Matronenheiligtums auf der Görresburg wurde im Hangbereich ein  bereits 2009 und 2012 angeschnittenes Wohn- und Werkstattgebäude komplett freigelegt. Der mit seiner Längsseite an der Römerstraße Köln-Trier orientierte Bau besaß in seiner letzten Ausbauphase zwei zur Straße hin orientierte Räume, von denen wohl zumindest einer als Schmiede genutzt wurde. Im hallenartigen rückwärtigen Teil des Gebäudes wurden die gut erhaltenen Reste einer größeren Werkstatt entdeckt, die wohl ebenfalls zur Eisenverarbeitung diente. Mehrere Sondagen haben gezeigt, dass das Gebäude mehrfach erweitert wurde. Dabei sind ältere Kanäle, die zur Ableitung des Hangwassers dienten, überbaut worden. Nach einer Brandzerstörung im letzten Drittel des 3. Jhs. wurde das Haus nicht mehr wieder aufgebaut und aufgegeben. Nur wenige Meter weiter südlich konnten wir mehrere Rennöfen dokumentieren, die in der Spätantike in den Straßendamm eingetieft worden waren.

    Zwei lange Sondagen, die im Frühjahr 2013  begleitend zur Einrichtung des Archäologischen Landschaftsparks etwa 100 m hangabwärts angelegt worden waren, haben ebenfalls überraschende Ergebnisse erbracht: angeschnitten wurden die Sockelmauern bzw. Fundamentgräben von mindestens zwei Streifenhäusern, die nach ihrer Aufgabe oder Zerstörung als Werkflächen zur Eisenerzverhüttung verwendet wurden. Schlacke- und Ascheschichten überlagerten an dieser Stelle die früh- und mittelkaiserzeitliche Straßentrasse in einer Mächtigkeit bis zu 1,5 m.

    Im zentralen Bereich des Vicus am Steinrütsch haben wir ein größeres Areal untersucht, in dem zahlreiche sich überlagernde Rennöfen auf eine intensive Eisenerzverhüttung im späteren 3. und 4. Jh. belegen. Für eine Rekonstruktion der Umwehrung des spätantiken Kleinkastells wurden mehrere Sondagen entlang der Mauer angelegt. Entgegen der ersten Annahmen liegt die langrechteckige und etwa 60x40 m große Befestigung quer zur. Das Kastell blockierte damit den Bereich zwischen Urft und Wellerbach und kontrollierte so den Flussübergang der Magistrale Köln-Trier.

    Der ungewöhnlich trockene Sommer gab uns die Möglichkeit, den nördlich des Kastelltors vermuteten Übergang näher zu untersuchen. Neben einer massiven spätantiken Planierschicht, die wohl das alte Flußufer markiert, wurden zwei mächtige Eichenbalken entdeckt, die als Reste einer römischen Brückenkonstruktion interpretiert werden können. Die vom Labor für Dendroarchäologie des Instituts für Ur- und Frühgeschichte vorgenommenen Untersuchungen ergaben ein Fälldatum um 316 n. Chr. Es spricht vieles dafür, das Kleinkastell und die (neue) Brücke mit einem größeren Bauprogramm in konstantinischer Zeit in Verbindung zu bringen.

    Neben den Studenten des Archäologischen Instituts waren in diesem Jahr auch zwei Graduierte der Karls-Universität Prag und Teilnehmer eines Grabungscamps für interessierte Laien an den Ausgrabungen beteiligt. Die Ergebnisse der Ausgrabung und der Prospektionen sind unmittelbar in die Konzeption eines Archäologischen Landschaftsparks eingegangen, der von der Gemeinde Nettersheim in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Institut im Rahmen der Regionale 2010 entwickelt wird. Seine Eröffnung ist für den 18. Mai 2014 geplant.

    Leitung: Salvatore Ortisi

    Mitarbeiter: Michelle Forrest, Mariola Hepa, Ulrike Weyerke, Theresa Jürgens, Michael Drechsler, Fabian Riebschläger, Jennifer Schamper, Uta Schröder, Heinz Sperling, Simone Adams, Gina Alajmo, Matthias Angenendt, Philip Breidenbroich, Stephanie Frohme, Susanne Hillmann, Martin Kieper, Achim Koopmann, Jana Kopackova, Claudia Koppmann, Lea Kreuzburg, Marc Lepage, Peter Meurer, Rahel Otte, Valeria Pascik, Marie Cathrine Pauli, Katarina Radonic, Jonas Rosenthal, Ramona Rütt,  Stefan Schmidt, Arne Rene Schröder, Andreas Serifis, Linda Stein, Pia Steffen, Christiane Weber, Franziska Weber, Daniel Willems, Nina Wolf.

    Kooperationen: Gemeinde Nettersheim, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Rheinisches Landesmuseum Bonn, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln - Labor für Dendroarchäologie und Labor für Archäobotanik, Institut für Geophysik der Universität zu Köln, Geographisches Institut der RWTH Aachen, Dr. Christian Credner (Luftbilder)

     



  • August 2013: Untersuchungen am dakischen Ostlimes, ein Erasmus-Intensivprogramm

    Vom 21.7. bis 18.8. wurden mit 17 Dozenten und 50 Studierenden aus Deutschland, Ungarn und Rumänien Untersuchungen am dakischen Ostlimes und deren Umfeld durchgeführt, um den Limesverlauf und insbesondere Wachtürme zu lokalisieren und die Struktur von Lagern zwischen Brâncoveneşti und Călugăreni (Kreis Mureş) zu untersuchen.

    Im Lager von Călugăreni wurden Teile der principia sowie im vicus Bereiche eines an einer Straße gelegenen Hauses und Teile eines Badegebäudes freigelegt. Die Grabungen wurden von einer intensiven Fundbearbeitung inklusive Restaurierung begleitet.

    Parallel fanden außerdem topographische, geophysikalische und archäologische Prospektionen in den Bergen der Umgebung statt, um neue Wachtürme zu lokalisieren.

    Im Rahmen der Kultur- und Tourismusförderung der Region, in die das Projekt eingebunden ist, wurde in Călugăreni ein Römerfest veranstaltet, an dem die Studierenden aktiv teilnahmen und römische Kultur und Technik – u.a. Esskultur und Koch- und Backtraditionen – präsentierten. Die Ergebnisse des Projektes wurden hier der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Beteiligte Institutionen: Humboldt-Universität Berlin, Universität zu Köln, Universitatea Babeş-Bolyai Cluj-Napoca, Műszaki és Gazdaságtudományi und Eötvös Loránd- Tudományegetem Budapest, Fachhochschule Erfurt/Fachrichtung Konservierung und Restaurierung, Pécsi Tudományegetem und Universitatea Petru Maior Târgu Mureş.

    Dozenten: István Bajusz, Gregor Döhner, Manuel Fiedler, Constanze Höpken, László Lenkey, Nicoleta Man, Christoph Merzenich, Zsolt Molnár-Kovács, Silvia Mustată, Szilamér Péter Pánczél, Mihály Pethe, Katalin Sidó, Veit Stürmer, Máté Szabó, Zsolt Vasáros, Lóránt Vass und Zoltán Soós

    Schnittleiter/Assistenz: Daniel Ciotată, Alpár Dobos, Cicelle Gaul, Angela Lumezeanu, József Gábor Nagy, Rita Németh, Koppány Bulcsú Ötvös und Botond Rezi

    Studierende: Cinnia Amberger, Funda Aşkın, Mátyás Bajusz, Andrea Melinda Bálint, Bálint Balogh, Juliette Brauer, Miriam Braun, Britta Burkhardt, Jessica Casties, Levente Daczó, Julia Echner, Marie-Hélène Grunwald, Péter Gyetvai, Jerome Hofer, Mihály Huba Hőgyes, Emese Hompoth, Boróka Horváth-Nagy, Alexandra Kiss, Lisa Klaffki, Martin Koch, Eszter László, Franziska Lehmann, Johann John Liebscher, Alpár Imre Lokodi, Máthé Boglárka, Zsófia Miklòs, Edmond Nogyi, Kristóf Novák, Dorottya Nyulas, Sára Péter, Andrea Raveloson, Gergely Sági, Petra Orsolya Sass, Bence Solymosi, Rolf Sporleder, András Szabó, Richárd Szabó, Bálint Szász, Friederike Szlosze, Ildikó Talabér, Flóra Visontai und Liselotte Wettke

    Finanzierung: Erasmus Intensivprogramm, Mureş County Council, Kreismuseum Mureş

     



  • Mai 2013: DFG-Graduiertenkolleg "Archäologie vormoderner Wirtschaftsräume" bewilligt

    Auf der Sitzung am 17.5.2013 hat die DFG den vom 'Verbund archäologischer Institutionen Köln-Bonn' iniitierten Antrag zur Einrichtung eines Graduiertenkollegs "Archäologie vormoderner Wirtschaftsräume" bewilligt. Ziel des Kollegs wird es sein, Wirtschaftssysteme und Wirtschaftsräume vormoderner Gesellschaften in ihrer Struktur, Leistungsfähigkeit und Dynamik (Genese, Transformationsprozesse bis hin zu einer eventuellen Auflösung) zu erfassen sowie in ihrer Wechselwirkung mit den jeweiligen naturräumlichen, politischen, gesellschaftlichen, religiösen und kulturellen Verhältnissen zu analysieren. Das Graduierentkolleg wird im Kern von den in Bonn und Köln vertretenen archäologischen Fächern einschließlich Byzantinistik und Ägyptologie getragen, in Zusammenarbeit mit der Alten Geschichte, Ethnologie und Historischen Geographie sowie unter gezielter Hinzuziehung weiterer Fachwissenschaftler/innen aus dem In- und Ausland. Das zeitliche Spektrum reicht vom Neolithikum bis zum Mittelalter, das räumliche von der Mongolei bis nach Mittelamerika mit einem Schwerpunkt im europäischen und mediterranen Raum. Das Kolleg wird im Wintersemester 2013/14 seine Arbeit aufnehmen und Stellen für 18 Doktoranden/innen und 3 Postdoktoranden/innen bieten.

    Sprecher sind: Michael Heinzelmann (Köln), Martin Bentz (Bonn)

    Weiterführende Informationen

     



  • März 2013: Band 2 der Institutszeitschrift KuBA erschienen

    Im März ist der zweite Band der neuen Zeitschrift 'Kölner und Bonner Archaeologica' (KuBA) erschienen. Diese wird von den beiden Archäologischen Instituten der Universitäten Köln und Bonn herausgegeben und soll der gemeinsamen Darstellung laufender Forschungsprojekte dienen sowie jungen Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit bieten, erste Forschungsergebnisse zu präsentieren. Weitere Schwerpunkte sind Berichte aus den Sammlungen und anderen Arbeitsbereichen wie der ArchäoInformatik und der ArchäoGeophysik.

    Zum Inhaltsverzeichnis und weiteren Informationen....

     

     

     



  • Februar 2013: CeramAlex: Vierter Workshop zur ägyptischen Keramik

    Vom 1. bis 3. Februar 2013 fand im Rahmen des DFG-ANR-geförderten Forschungsprojekts "CeramAlex. Ancient Pottery in Alexandria and its Chora" am Centre d'Études Alexandrine ein weiterer Workshop (Programm) statt. Projektmitarbeiter und weitere Keramikexperten präsentierten aktuelle Ergebnisse und diskutierten am Fundmaterial Waren- und Typologiefragen. Einen weiteren Themenschwerpunkt dieses dritten Treffens bildete der Einsatz des tragbaren Niton-Röntgenfluoreszenz-Spektrometers mit dem inzwischen 4000 Messungen durchgeführt wurden. Die Ergebnisse sind vielversprechend. So können inzwischen klar Produktionszentren des Deltas von denen der Mariotis, der Marmarica und anderer außerhalb Ägyptens unterschieden werden. Zur besseren Definition der alluvialen Tone des Deltas wurden weitere Untersuchungsmöglichkeiten diskutiert und entsprechende Projektstrategien entwickelt.

    Leitung: Jean-Yves Empereur (Alexandria), Michael Heinzelmann (Köln)

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Agence Nationale de la Recherche

    Kooperation: Centre d'Études Alexandrines, Institut français d’archéologie orientale

    Weiterführende Informationen

     

     



  • Januar 2013: Neuer Tagungsband "Römische Landnutzung in der Eifel"

    Am 24. 1. 2013 wurde im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz  (RGZM) ein Tagungsband zum Thema „Römische Landnutzung in der Eifel. Neue Ausgrabungen und Forschungen“ vorgestellt, an dessen Entstehung das Archäologisches Institut der Universität zu Köln, Abt. Archäologie der Römischen Provinzen maßgeblich beteiligt war.

    Die Idee, in der Eifelstadt Mayen eine internationale und interdisziplinäre Tagung zur römischen Landnutzung in der Eifel zu organisieren, erwuchs aus dem DFG-Projekt „Zur Landnutzung im Umfeld eines römischen ‚Industriereviers’ – Interdisziplinäre Studien im Umfeld des antiken Steinbruchgebietes und Töpferzentrums bei Mayen (Landkreis Mayen-Koblenz)“, das in Kooperation des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln, der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz und Mayen durchgeführt wird.

    Zum Gelingen der Tagung vom 3. bis 6. November 2011 in Mayen trugen wesentlich die großzügige Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung sowie die Hilfe der Stadt Mayen, des Landkreises Mayen-Koblenz und der Kreissparkasse Mayen bei. Mehr als 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Luxemburg, Belgien, China, Neuseeland und Ungarn gaben der Tagung einen internationalen Rahmen.

    Weitere Informationen....

     



  • Dezember 2012: CeramAlex: Kampagne zur Keramikbearbeitung in Schedia (Ägypten)

    Im Rahmen des 2011 begonnenen deutsch-französischen Forschungsprojekts CERAMALEX  zur Untersuchung der hellenistisch-römischen Keramik Ägyptens fand vom 16.10. bis 6.12.2012 eine weitere Aufarbeitungskampagne statt. Untersucht wurden Teile der aus dem DFG-Projekt "Schedia - Alexandrias Hafenstadt am Kanopischen Nil" stammende Fundkeramik. Ziel ist die Erarbeitung einer vereinheitlichen Typologie und Chronologie in Kooperation mit den französischen Partnern. Neben dem Aufbau einer gemeinsamen Datenbank fanden Massenuntersuchungen mittels eines tragbaren Niton-Röntgenfluoreszenzgerätes zur Identifizierung verschiedener Waren und Produktionsorte statt.

    Leitung: Michael Heinzelmann (Köln), Marianne Bergmann (Berlin)

    Teilnehmer: Ahmed Baher, Clemens Bertram, Roberta Buccione, Archer Martin, Heike Möller, Raffaele Palma, Rabea Reimann, Christiane Römer-Strehl, Luana Toniolo

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Agence Nationale de la Recherche

    Kooperation: Centre d'Études Alexandrines, Institut français d’archéologie orientale

    Weiterführende Informationen

     

     

     

     



  • November 2012: Flusshafen von Ostia. Erste Prospektionskampagne 2012

    Das im Rahmen des neuen DFG-Schwerpunktprogramms "Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter" durchgeführte Teilprojekt "Der Flusshafen von Ostia" fand vom 10. bis 18.11.2012 eine erste Vorbereitungskampagne statt. Die Arbeiten konzentrierten sich auf das Flusshafenbecken im Westen der Regio III, welches im Rahmen früherer Untersuchungen nachgewiesen werden konnte. Zur Verifizierung der Gestaltung und Randbebauung des Hafenareals wurden geophysikalische Prospektionen (Magnetometrie, elektrische Widerstandsmessung, Georadar und geoelektrische Tomographie) durchgeführt. Die Untersuchungen ergaben Hinweise auf die Hafenmole, die Tiefe des Hafenbeckens und umgebende Bebauung. Im Sommer 2013 sind gezielte Bohrungen und stratigraphische Ausgrabungen vorgesehen. Ziel des Projektes ist es, neue Erkenntnisse zum bislang praktisch unbekannten Flusshafen von Ostia zu gewinnen und in Verbindung mit englischen Portus-Projekt zu einem ganzheitlicheren Verständnis des komplexen kaiserzeitlichen Hafensystems im Mündungsgebiet des Tiber beizutragen.

    Leitung: Michael Heinzelmann (Köln), Corinna Rohn (Wiesbaden), Andreas Vött (Mainz)

    Teilnehmer: Stefanie Steidle (Koordination), Peter Fischer, Philipp Hagdorn, Stefanie Ludwig, Alexander Recht, Julia Schulz, Astrid Stock

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

    Kooperation: Geographischen Institut der Universität Mainz, Abteilung Bauforschung am Fachbereich Architektur der Hochschule Wiesbaden, Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Roma

    Weiterführende Informationen

     



  • Oktober 2012: Ostia. Untersuchungen zur Chronologie spätantiker Wohnhäuser

    Eine Gruppe von etwa 20 Wohnhäusern in Ostia stellt in der Dichte und Erhaltung des Befundes ein in seiner Bedeutung herausragendes Beispiel für die Wohnkultur der Spätantike dar. Feindatierungen, die erst eine präzise Einordnung der Häuser und ihrer Transformationen in einen kulturhistorischen Rahmen ermöglichen, liegen bislang aber kaum vor. Die Häuser wurden unter diesem Gesichtspunkt bereits im Zeitraum von 2009 bis 2012 im Rahmen einer Dissertation von Marcel Danner zur „Wohnkultur im spätantiken Ostia“ eingehend untersucht. Mittels gezielter Grabungen sollte nun vom 1. bis zum 22. Oktober 2012 exemplarisch die Chronologie zweier Häuser überprüft werden. Mit der Domus accanto al Serapeo (Reg. III, XVII, 3) und der Domus delle Colonne (Reg. IV, III, 1) wurden je ein Haus in der Peripherie sowie ein Haus im Zentrum der spätantiken Stadt untersucht. Für die Sondagen wurden Räume gewählt, deren Fußböden im Rahmen der spätantiken Bauphasen angehoben wurden und deren Aufschüttungen datierendes Material erwarten ließen.

    Die Sondagen in der Domus accanto al Serapeo wurden in Räumen angelegt, die im Rahmen des Umbaus eines hadrianischen Kultbaus zum Wohnhaus über einer ebenfalls hadrianischen Straße errichtet wurden. Besonders erfolgreich waren die Untersuchungen im Vestibül des Hauses, wo interessante Beobachtungen bzgl. der Transformationen es Vorgängerbaus in ein anspruchsvolles Wohnhaus möglich waren. Es konnten zwei Hauptphasen unterschieden werden: Ein Vestibül der ersten Umbauphase von bescheidenen Ausmaßen besetzte das östliche Ende eines Korridors und wurde mit einem geometrischen Fußbodenmosaik verziert. Der Zugang zum Haus erfolgte in dieser Phase über eine gemauerte Treppe von der Via del Serapide. Diese wurde in einer zweiten Umbauphase durch ein großzügigeres Vestibül mit Fußboden aus opus sectile überbaut. Die vorläufige Keramikauswertung weist auf eine Datierung des späteren Vestibüls ins 4. Jh. n. Chr. hin.

    Die Sondagen in der Domus delle Colonne wurden in einem Korridor sowie in einem kleinen Saal angelegt mit besonders aufschlussreichen Ergebnissen zu den letzten Nutzungsphasen. Im Rahmen der Ausgrabungen konnte nachgewiesen werden, dass die Anhebung des Fußbodenniveaus auf die Installation einer Fußbodenheizung zurückzuführen ist, die mit dem letzten großen Umbau des Hauses in Verbindung zu stehen scheint. Die zur Abdeckung der Hypokausten verwendeten bipedales wurden während der Ausgrabungen in Versturzlage aufgefunden. Unter den zerstörten bipedales konnten große Mengen datierenden Materials gefunden werden, die sich im Rahmen des Versturzes dort abgelagert haben müssen. Darunter fanden sich insbesondere zahlreiche Glasscherben, Keramikfragmente, Münzen und weitere Metallobjekte. Die Auswertung des Materials ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Eine erste Untersuchung der Keramik gestattet jedoch bereits eine Datierung des Versturzes – und damit wohl auch der Aufgabe des Hauses – ins mittlere oder späte 5. Jh. n. Chr. Hierdurch liegt erstmals ein stratigraphischer Beleg für die bislang allein aufgrund epigraphischer Zeugnisse formulierte Hypothese vor, derzufolge die anspruchsvollen Bewohner der spätantiken Wohnhäuser von Ostia um die Mitte des 5. Jh.s n. Chr. abgewandert seien.

    Leitung: Marcel Danner, Michael Heinzelmann

    Teilnehmer: Paola Vivacqua (Keramikbearbeitung), Elisa Bazzechi, Jacqueline Lauper, Antonio Lopez Garcia, Birte Ruhardt, Margarita Sardak, Arne Schröder, Luca Vacca

    Förderung: Gerda-Henkel-Stiftung

     



  • Oktober 2012: Chemtou (Tunesien): Zweite Geophysikkampagne 2012

    Vom 29. September bis 14. Oktober 2012 führte die Arbeitsgruppe 'Geophysikalische Prospektionen' in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut Rom und dem Institut National du Patrimoine eine zweite Kampagne mit großflächigen Surveys in der numidisch-römischen Stadt Simitthus / Chimtou (Tunesien) durch. Im nördlichen Bereich des Stadtgebietes wurden die magnetometrischen Prospektionen mit hervorragenden Resultaten fortgesetzt. Wie bereits in der ersten Kampagne erlauben die Ergebnisse hier einedetaillierte Rekonstruktion von Straßen und Gebäuden. Im Bereich des Forum erfolgten Georadaruntersuchungen zur Klärung früherer Bebauungsphasen.

    Leitung: Philipp von Rummel (DAI Rom), Stefanie Steidle, Manuela Broisch (AI Köln, Leitung Prospektionen) 

    Teilnehmer: Christian Schöne, Janine Seidel. 

    Kooperation: Deutsches Archäologisches Institut Rom, Institut National du Patrimoine Tunis

    Weiterführende Informationen

     

     



  • August 2012: Römischer Vicus von Nettersheim. Grabungskampagne 2012

    Die diesjährige Grabung im römischen Vicus von Nettersheim (13.-24.8.) konzentrierte sich auf den Siedlungsbereich unterhalb des Matronenheiligtums auf der Görresburg. In der geophysikalischen Prospektion konnten hier entlang der durch die Siedlung führenden Römerstrasse Köln-Trier die Grundrisse meherere Streifenhäuser nachgewiesen werden. Die Untersuchungen haben gezeigt, daß die Bebauung noch deutlich dichter ist als bisher angenommen. In einer 30 m langen Sondage konnten die Sockelmauern von mindestens vier durch schmale Seitengässchen von einander getrennten Fachwerkbauten freigelegt werden. Gut erhalten war die (Dach-)Wasserabführung der im Hangbereich angelegten Häuser. Brandschuttschichten deuten darauf hin, daß die Straßensiedlung mindestens zweimal, im späteren 1. und im 3. Jahrhundert, zerstört wurde. Die Reste einer massiven Steinpackung am Nordrand der Sondage könnten mit einer spätantiken Reparatur der Strasse in Verbindung stehen. Begleitend zu den Ausgrabungen wurde die weitere Umgebung des Vicus vom Institut für Geophysik (Andrea Dorn, Markus Gurk) nach Eisenerzvorkommen prospektiert.

    Neben den Studenten des Archäologischen Instituts waren in diesem Jahr zum dritten Mal auch Teilnehmer eines Grabungscamps für interessierte Laien an den Ausgrabungen beteiligt (>http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2012/08/16/lokalzeit-aachen-grabungscamp.xml<). Die Ergebnisse der Ausgrabung und der Prospektionen gehen unmittelbar in die Konzeption eines Archäologischen Landschaftsparkes ein, der von der Gemeinde Nettersheim in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Institut im Rahmen der Regionale 2010 entwickelt wird.

    Leitung: Salvatore Ortisi

    Mitarbeiter: Michelle Forrest, Mariola Hepa

    Teilnehmer: Simone Adams, Gina Alajmo, Carina Bammesberger, Philip Breidenbroich, Placido Cantarella, Marie Heitfeld, Martin Kieper, Claudia Koppmann, Achim Koopmann, Lea Kreuzburg, Marc Lepage, Janine Peper, Jonas Rosenthal, Stefan Schmidt, Heinz Sperling, Linda Stein, Christiane Weber

    Koopertion mit: Gemeinde Nettersheim, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Rheinisches Landesmuseum Bonn, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln - Labor für Archäobotanik, Institut für Geophysik der Universität zu Köln, Geographisches Institut der RWTH Aachen, Dr. Christian Credner (Luftbilder)

     

     



  • August 2012: Projekt 'Urban and cultic space in Roman Apulum' bewilligt

    Im Juni 2012 wurde das von der EU geförderte Erasmus-Intensivprogramm „Urban and cultic space in Roman Apulum: An archaeological field school“ bewilligt, an dem 50 Studierende und 14 Dozenten von vier Universitäten in Rumänien, Deutschland und Ungarn teilnehmen.

    In diesem interdisziplinär ausgelegten Projekt, das in Alba Iulia (RO) stattfinden wird, werden Methoden der Archäologie, Archäobotanik, Materialkunde, Geologie, Geophysik, Prospektion, Kunstgeschichte, Kultur-Management, Museologie und Restaurierung an einem Ort vermittelt, der eins der größten Siedlungszentren in den Donauprovinzen darstellte. Auf dem Gebiet der Colonia Aurelia Apulensis wurde vor einigen Jahren eine Insula ergraben, in der Werkstätten und ein Versammlungsraum einer Kultgemeinde integriert waren. An diese vielversprechenden Ergebnisse anknüpfend werden benachbarte Areale untersucht, die zum einen eine gute Befundlage, zum anderen interessantes Fundmaterial versprechen, das sich zur Vermittlung der Methodik hervorragend eignet.

    Leitung/Dozenten: Doru Bogdan, Elena Beatrice Ciută, Alexandru Diaconescu, Alpár Dobos, Gregor Döhner, Manuel Fiedler, Constanze Höpken, Ştefan Lipot, Silvia Mustaţă, Szilámér Péter Pánczél, David Petruţ, Máté Szabó, Lóránt Vass, Zsolt Visy.

    Kooperation: Universitatea ,,1 Decembrie 1918’’ Alba Iulia (RO), Universität zu Köln (D), Pécsi Tudományegyetem (HU), Universitatea Babeş-Bolyai, Cluj-Napoca (RO).

    Förderung: Erasmus-Intensivprogramm der EU

     

     



  • August 2012: Amiternum 2012 - Siebte Sommerkampagne

    Vom 22.7. bis 25.8.2012  fand die siebte und vorläufig abschließende Sommerkampagne in Amiternum (Abruzzen) statt. Das diesjährige Forschungsprogramm hatte verschiedene Schwerpunkte: Auf dem Hügel von S. Vittorino wurden unmittelbarer südlich der mittelalterlichen Kirche zwei Sondagen zur Überprüfung der frühen Siedlungsphasen Amiternums durchgeführt. In dem höher am Hang gelegenen Areal konnte überraschenderweise die Reste eines frühen Tumulusgrabes (Durchmesser 5 m) freigelegt werden. Entsprechend der vorläufigen Keramik-Datierung war es bereits in spätrepublikanischer Zeit beraubt worden. Die Typologie weist Parallelen zu eisenzeitlichen Gräbern in Tivoli auf (8./7. Jh.v.Chr.). In der hangabwärts gelegenen Sondage wurde ein früher Sieldungsbefund angeschnitten, der durch einen Brand und Dachversturz versiegelt war. In der Schuttmasse fanden sich Reste eines ungewöhnlichen Pithos mit (vor dem Brand) eingeritzten, wahrscheinlich oskischen Inschriften. Die beiden Sondagen konnten somit den Beleg erbringen, dass vor der römischen Eroberung im Bereich von S. Vittorino von einer sabinischen Besiedlung auszugehen ist. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die fortgesetzte Untersuchung des Suburbiums von Amiternum. Hierzu wurden weitere großflächige Prospektionen im Südwesten des Stadtgebietes sowie Sondagen im Bereich der im Frühjahr prospektierten großen Villa bei Cavallari, ca. 2 km nördlich von Amiternum, durchgeführt. Eine weitere Grabung diente der Klärung des Ostabschlusses des Forums von Amiternum.

    Leitung: Manuel Buess, Michael Heinzelmann

    Teilnehmer: Margrit Balmer, Paola Vivacqua (Keramik), Dorothee Heinzelmann (Bauaufnahmen), Jacqueline Lauper, Demian Lienhard, Shabnam Moshfegh Nia, Christian Schöne, Ruth Stiefelhagen, Rita Sardak (Schnittleitung), Funda Askin, Francesca de Egidio, Ann-Katrin Farsen, Ann-Kristin Jäger, Sina Lenig, Rebecca Klein, Kristina Miller, Alexander Müller, Steffen Oraschewski, Tamara Ruske, Christian Schepers, Arne Schröder, Daniel Tews, Luca Vacca, Diana Wozniok (studentische Mitarbeiter), Philipp Hagdorn, Julia Wahlsdorf (Geophysik).

    Kooperation: Soprintendenza per i Beni Archaeologici dell’Abruzzo

    Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

    Weiterführende Informationen

     

     



  • Juli 2012: Der Flusshafen von Ostia. Neues Projekt im DFG-Schwerpunktprogramm 'Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter' genehmigt

    Im Rahmen des neuen DFG-Schwerpunktprogramms "Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter" wurde ein dreijähriges Forschungsvorhaben zur Untersuchung des Flusshafens von Ostia genehmigt. Ausgehend von Erkenntnissen eines früheren Projekts zur Erforschung der unausgegrabenen Bereiche Ostias sollen in zwei ausgewählten Bereichen weiterführende Untersuchungen zum antiken Flusshafen durchgeführt werden: zum einen in der westlichen Regio III, wo bereits 2000/2001 ein Hafenbecken mit flankierenden Tempel-Navalia-Komplex angeschnitten wurde, zum anderen im nördlichen Bereich der Region II, wo vielleicht noch größere Abschnitte des antiken Flussufers erhalten sein könnten. Das Forschungsprogramm sieht umfassende geoarchäologische Untersuchungen (Bohrungen, Sedimentanalysen etc.), detaillierte geophysikalische Prospektionen sowie gezielte stratigraphische Ausgrabungen vor. Ziel ist es, neue Erkenntnisse zum bislang praktisch unbekannten Flusshafen von Ostia zu gewinnen und im Austausch mit dem englischen Portus-Projekt zu einem ganzheitlichen Verständnis des komplexen kaiserzeitlichen Hafensystems im Mündungsgebiet des Tiber beizutragen. Das Projekt findet in Kooperation mit dem Geographischen Institut der Universität Mainz, der Abteilung Bauforschung am Fachbereich Architektur der Hochschule Wiesbaden sowie der zuständigen italienischen Denkmalbehörde statt.

    Leitung: Prof. Dr. Michael Heinzelmann (Köln), Prof. Dr. Corinna Rohn (Wiesbaden), Prof. Dr. Andreas Vött (Mainz)

    Koordination: Stefanie Steidle M.A. (Köln)

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

     

     

     



  • August 2012: Kimmerik – siedlungsarchäologische Untersuchungen auf der Kertsch-Halbinsel (Krim)

    Das antike Kimmerik liegt unweit der Meerenge von Kertsch an der Südküste der Krim. Das Bosporanische Reich, zu dem die Küstenstadt in der Antike gehörte, war eine der bedeutendsten Kontaktzonen zwischen den großen Kulturen des Mittelmeerraumes und den asiatischen Steppenvölkern. Das in vorangegangenen Untersuchungen und Surveys geborgene Fundmaterial deutet darauf hin, daß der strategisch günstig über einer Lagunenlandschaft gelegene Siedlungsberg von Kimmerick (Opuk) von der archaischen Zeit bis mindestens in das 6. oder 7. Jahrhundert genutzt wurde. Ein limesartiges Wall-Grabensystem, das die Kertsch-Halbinsel durchschneidet, hatte hier seinen südlichen Endpunkt.

    Erste Surveys und die vom 9.7.-24.8. von der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln und der Universiät Saratov (Prof. Sergey Monakhov) durchgeführten Ausgrabungen an verschiedenen Stellen des Siedlungsareals und im Bereich der Stadtmauer deuten darauf hin, daß sich der Kernbereich der Siedlung allmählich von einer zunächst küstennahen Position auf die höher gelegenen  Hügelareale verlagert hat.

    Im Mittelpunkt der vom Dekanat der Universität zu Köln geförderten Untersuchungen des Archäologischen Instituts standen Fragen nach der Chronologie einer auf dem Bergplateau angelegten Höhensiedlung („Zitadelle). Dabei wurde deutlich, daß vor allem das gut geschützte Siedlungsareal der „Zitadelle“ von der hellenistischen Zeit bis in das 6. oder 7. Jahrhundert intensiv genutzt wurde. Ob dies auf die Funktion der Stadt als südliche Hafen- und Relaisstation des „bosporanischen Limes“ zurückzuführen sein könnte, ist in den nächsten Jahren zu klären. Geplant sind neben einer Fortsetzung der Grabungen und des Oberflächensurveys auch archäobotanische und geologische Untersuchungen, die Aufschluß über die antike Geländemorphologie und Vegetation geben werden.

    Leitung: Valentina Mordvintseva, Salvatore Ortisi

    Mitarbeiterin: Sonja Dittebrandt

    Koopertionspartner: Crimean Branch of the Institute of Archaeology, Ukrainian National Academy of Sciences



  • Juni 2012: Projektbewilligung Prospektion am dakischen Ostlimes

    Im Juni 2012 wurde das von der EU geförderte Erasmus-Intensivprogramm „Der Römische Limes in der europäischen Kulturlandschaft“ zur Untersuchung und Erfassung der Grenzlinie am römischen Ostlimes zwischen Brâncoveneşti und Sărăţeni in Rumänien bewilligt. Gegenstand des IP ist die Durchführung eines archäologisch-interdisziplinären Lehr-Feldkurses, in dem Methoden der archäologischen Prospektion und Grabung sowie der Befund- und Funderfassung vermittelt werden. Beteiligt werden 50 Studierende und 17 Lehrende von 8 Hochschulen aus den 3 EU-Ländern Deutschland, Rumänien und Ungarn.

    Das Untersuchungsgebiet liegt im Osten Transilvaniens, im Vorfeld der Ostkarpaten. In verschiedenen Gruppen werden 2013 und 2014 archäologische Prospektionen und Sondagen durchgeführt, die sich einerseits auf bestimmte Kastellstandorte und deren Umgebung, andererseits auf die Limeslinie mit möglichen Wachturmsplätzen und dem Wegenetz konzentrieren. Hierbei werden auch ältere Nachrichten, Altfunde oder jüngst durchgeführte Luftbildprospektionen ausgewertet und zugleich geophysikalische Prospektionen durchgeführt. Ergänzend wird insbesondere an potentiellen Wachturmsplätzen gezielt nach Oberflächenfunden gesucht, die Hinweise auf die Datierung geben können. In Voruntersuchungen gelang bereits 2011 die Verifizierung eines Wachturmes: der Fund einer Ankerfibel und römischer Scherben belegte hier die Nutzung des Platzes durch das römische Militär.
    Zudem werden ausgewählte Kastellstandorte prospektiert und durch Sondagen untersucht, um grundlegende Fragen zu Stratigraphie und Bebauung zu klären. Die Feldarbeiten werden von einer Fundaufnahme begleitet, in der die Funde in einer Datenbank erfasst, gesäubert, ggf. restauriert, gezeichnet und fotografiert werden.

    Vorgesehen sind zwei vierwöchige Sommerkampagnen (2013, 2014).

    Leitung/Dozenten: Lect. Dr. Istvan Bajusz, Gregor Döhner, Prof. Dr. Thomas Fischer, Dr. des. Manuel Fiedler, Dr. Peter Henrich, Dr. Constanze Höpken, Conf. Dr. László Lenkey, Dr. Nicoleta Man, Prof. Dr. Christoph Merzenich, Lect. Dr. Zsolt Molnár, Szilámér Péter Pánczél, Mihaly Pethe, Zoltán Soós, Dr. Veit Stürmer, Mate Szabó, Zsolt Vasáros, Prof. Dr. Zsolt Visy.

    Kooperation: Humboldt-Universität Berlin, Universität zu Köln, Babeş-Bolyai-Universität Cluj-Napoca, Műszaki és Gazdaságtudományi-Universität und Eötvös Loránd-Universität Budapest, Fachhochschule Erfurt, Universität Pécs und Petru Maior-Universität Târgu Mureş.

    Förderung: Erasmus-Intensivprogramm der EU

     

     

     



  • Juni 2012: Amiternum - Geoarchäologische Untersuchungen und Prospektionen

    Im April und Mai 2012 wurde im Rahmen des DFG-geförderten Projekts in Amiternum (Abruzzen) eine weitere Frühjahrskampagne durchgeführt. Im Zentrum standen geoarchäologische Untersuchungen, die in Kooperation mit den Universitäten Mainz, Bern und Stockholm erfolgen. Ziel ist es, die geomorphologischen und naturräumlichen Veränderungsprozesse der Region besser verstehen zu lernen. Durchgeführt wurden geophysikalische Untersuchungen mittels elektrischer Widerstandstomographie und tiefreichende Bohrungen. Sedimentanalysen, archäobotanische Untersuchungen und OSL-Datierungen schließen sich in den kommenden Monaten an.

    Die Frühjahrskampagne wurde auch genutzt, die geophysikalischen Prospektionen in der Umgebung Amiternums fortzusetzen. Mittels Magnetometrie und elektrischer Widerstandsmessung wurden Bereiche bei Civitatomassa, dem antiken vicus Foruli, sowie an mutmaßlichen Standorten antiker Villen im Suburbium von Amiternum Untersuchungen durchgeführt. Hierbei konnte u.a. nördlich der Stadt eine große Villenanlage mit Peristyl und anderen großräumigen Baukörpern nachgewiesen werden.

    Teilnehmer: M. Buess, Ph. Hagdorn, D. Jordan, Ch. Schöne, A. Stolz, J. Wahlsberg

    Kooperation: Universität Mainz, Universität Bern, Universität Stockholm, Soprintendenza per i Beni Archeologici dell'Abruzzo

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

    Weiterführende Informationen

     

     

     

     



  • April 2012: Geophysikalische Prospektionen Morgantina und Agrigent (Sizilien)

    Vom 22.3. bis 4.4.2012 führte das Archäologische Institut zwei geophysikalische Prospektionskampagnen auf Sizilien durch. Auf Einladung der amerikanischen Morgantina-Ausgrabung - vertreten durch S. Lucore und M. Trümper - führte die Arbeitsgruppe ArchäoGeophysik Untersuchungen auf der sog. Cittadella, im Bereich der Agora sowie im Umfeld des Badkomplexes im Westen des Stadtgebietes durch. Insbesondere eim Bad konnten hervorragende Ergebnisse zur Insula- und Bebauungsstruktur.

    Im Anschluss erfolgten auf Einladung des Deutschen Archäologischen Instituts weitere geophysikalische Prospektionen in Agrigent im Umfeld des Olympieion und im Stadtgebiet. Zum Einsatz kamen Georadar, Magnetometrie und elektrische Widerstandsmessung.

    Teilnehmer: M. Broisch, M. Buess, B. Burandt, Ph. Hagdorn, Sh. Moshfeq Nia, M. Nieberle, J. Seidel, S. Steidle

    Kooperation: American Morgantina Excavation (vertreten durch Prof. Dr. Sandra Lucore und Prof. Dr. Monika Trümper) und Deutsches Archäologisches Institut (Dr. Heinz Beste)

     



  • März 2012: KuBA. Erster Band der neuen Zeitschrift erschienen

    Im März ist der erste Band der neuen Zeitschrift 'Kölner und Bonner Archaeologica' (KuBA) erschienen. Diese wird von den beiden Archäologischen Instituten der Universitäten Köln und Bonn herausgegeben und soll der gemeinsamen Darstellung laufender Projekte dienen sowie jungen Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit bieten, erste Forschungsergebnisse zu präsentieren. Wie in diesem ersten Band soll es auch künftig neben Beiträgen übergreifender Art regelmäßig Berichte aus den Universitätssammlungen geben sowie aktuelle Berichte aus den zahlreichen Forschungsprojekten.

    Inhaltsverzeichnis und weiterführende Informatonen

     

     



  • Januar 2012: CERAMALEX: Keramik-Workshop in Alexandria

    Im Rahmen des deutsch-französischen Gemeinschaftsprojekts CERAMALEX, welches das Kölner Institut in Kooperation mit dem Centre d'Études Alexandrines und dem Institute Francais d'Archéologie Orientale in Kairo zur Erarbeitung eines Corpus der hellenistisch-römischen Keramik in Ägypten durchführt, wurde vom 28.-30.1.2012 ein weiterer Workshop in Alexandria durchgeführt. Beteiligt waren circa 25 Wissenschaftler. Schwerpunkt der Treffens waren die Diskussion und Entwicklung einheitlicher Kriterien für die Erfassung ägyptischer Warengruppen und eines Typenkatalogs.

    Download: Programm der Tagung.

    Weiterführende Informationen

     



  • Dezember 2011: Konzeption eines Archäologischen Landschaftsparks in Nettersheim

    Der von der Gemeinde Nettersheim und dem Landschaftsverband Rheinland geplante Archäologische Landschaftspark wird aus mehreren Erlebnisstationen bestehen, die sich entlang eines Rundwanderweges aufreihen. Zu mehreren dieser Stationen erarbeitet das Archäologische Institut im Rahmen eines Seminars Konzepte, in die auch die Ergebnisse der Ausgrabungen einfließen werden. Die archäologische Arbeit wird so für eine breitere Öffentlichkeit anschaulich dargestellt und erfahrbar gemacht. Die Präsentation von Forschungsergebnissen gehört zu den zentralen Anliegen der Archäologie. Die Studierenden haben hier die Möglichkeit, eigene Vorstellungen und Ideen zu entwickeln und vorzustellen. Besonders reizvoll ist die enge Verknüpfung von archäologischer Forschung und musealer Präsentation.

    Dozent: Salvatore Ortisi

    Teilnehmer: Gina Alajmo, Sonja Dittebrandt, Michael Drechsler, Michelle Forrest, Marie Heitfeld, Theresa Jürgens, Barbara Köstner, Achim Koopmann, Christoph Lindner, Marc Rappe, Fabian Riebschläger, Jonas Rosenthal, Jennifer Schamper, Uta Schröder, Heinz Sperling, Ruth Stiefelhagen, Ulrike Weyerke, Frank Wiesenberg.

    Kooperation: In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Nettersheim und dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege.

     

     



  • Dezember 2011: Georadar-Survey in Ostia

    Vom 30.11. bis 8.12.2011 unternahm das Archäologische Institut einen Georadarsurvey im Bereich der sogenannten Pianabella, unmittelbar südlich von Ostia. In diesem Gebiet befanden sich insbesondere in der Kaiserzeit entlang der heute verlandeten Meeresküste zahlreiche große Villenkomplexe der senatorischen Oberschicht. Diese bildeten offenbar ein lückenlose Kette von Meervillen, die an der südlichen Stadtgrenze begann und in unterschiedlicher Dichte bis Antium reichte. Im Bereich der Pianabella sind vereinzelte Baustrukturen (u.a. ein luxuriöses Bad und eine Wandelhalle) bei älteren Grabungen freigelegt worden. Eine systematische Untersuchung der Anlagen steht jedoch noch aus. Mit dem durchgeführten Georadar-Survey sollten die Möglichkeiten eines flächendeckenden Einsatzes getestet werden. Es zeigte sich, dass die unter hohen Flugsandchichten liegenden Baustrukturen mit dem Georadar sehr gut fassbar werden. So konnte unter anderem ein großes Peristyl mit den zugehörigen Mauerstrukturen und Fußböden ebenso nachgewiesen werden, wie ein Abschnitt der Via Severiana, die auf der Rückseite der Meervillen entlang führt.

    Teilnehmer: Manuela Broisch, Janine Seidel, Julia Schulz, Michael Heinzelmann

    Kooperation: Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Roma

     

     

     

     



  • Dezember 2011: CoDArchLab - Google European Digital Humanities Award 2012

    In Anerkennung der bisherigen Leistungen im Rahmen des Projekts zur Validierung von Datenstrukturen der von Google geförderten Vorhaben 'Google Books' Ancient Places and Sites' erhält das CoDArchLab unter Leitung von Prof. Reinhard Förtsch auch im Jahr 2012 den Google European Digital Humanities Award.

     



  • November 2011: Prospektionen in Vetera

    Im Rahmen einer Lehrveranstaltungen und in Zusammenarbeit mit der Außenstelle Xanten des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege erfolgten an zwei Wochenenden im November geophysikalische Prospektionen im Legionslager Vetera I. Ziel war es, nähere Aufschlüsse von Bereichen im Westen des Lagers zu erhalten, für die bislang durch Luftbilder oder Grabung keine Informationen vorliegen. Durchgeführt wurden Untersuchungen mittels Magnetometrie, elektrischer Widerstandsmessung und Georadar. Trotz massiver Erosionsspuren konnten Abschnitte der Lagerumwallung sowie Teile der Binnenbebauung nachgewiesen werden.

    Dozierende: Manuela Broisch, Michael Heinzelmann, Janine Seidel, Steffy Steidle

    Studierende: Angelika Brauers, Philipp Hagdorn, Gesine Jaeger, Ann-Kristin Jäger, Oliver Karger, Alwy Chloe Küpper
    Steffen Oraschewski, Tamara Ruske, Christian Schepers
    Kooperation: LVR-Amt für Bodendenkmapflege, Außenstelle Xanten

     

     



  • September 2011: Sommerkampagne in Amiternum (Abruzzen)

    Im Rahmen des DFG-finanzierten Forschungsprojekts in Amiternum fand vom 21.8. bis 25.9.2011 die sechste Sommerkampagne statt.

    Die Arbeiten konzentrierten sich in diesem Jahr auf das Suburbium der Talsiedlung und das wahrscheinlich ältere Siedlungszentrum auf dem Hügel von S. Vittorino. Durchgeführt wurden erneut großflächige geophysikalische Prospektionen und insgesamt sieben stratigraphische Sondagen. Im Suburbium nördlich des Theaters wurde an der Ostseite der Via Caecilia ein gut erhaltener, möglicherweise spätantiker Kalkofen untersucht, ferner eine suburbane Villa mit zahlreichen, vorwiegend kaiserzeitlich-spätantiken Nutzungsphasen. Eine zweite Villa auf dem Höhenplateau von S. Vittorino erwies sich nach vorläufigen Datierungen als ältere, spätrepublikanische Anlage (spätes 2./1. Jh.v.Chr.). Sie markiert offenbar bereits eine Expansionsphase der frühesten Siedlung, deren Kern im höher gelegenen Bereich von S. Vittorino angenommen werden kann. Weitere Sondagen bestätigten durch den Nachweis teilweise monumentaler Terrassierungsanlagen, dass das Höhenplateau von S. Vittorino im Verlauf der späten Republik systematisch genutzt wurde.

    Dozenten: Michael Heinzelmann, Manuel Buess, Margrit Balmer

    Teilnehmer: Meinrad Blank (Photographie), Angelika Brauers, Manuela Broisch (Geophysik), Stefan Franzkowiak, Sebastian Geisseler, Dan-Marvin Gluba, Philipp Hagdorn, Ann-Kristin Jäger, Simon Kaufmann (Schnittleitung), Andrea Francesco Lanzicher, Jacqueline Lauper (Schnittleitung),  Roberta Leuzzi, Demian Lienhard (Schnittleitung), Shabnam Moshfegh Nia, Matthias Nieberle, Marc Rappe (Geophysik, Vermessung), Alexander Recht, Mareike Röhl, Christian Schöne (Schnittleitung), Janine Seidel, Eric de Sena (Keramik), Steffy Steidle (Schnittleitung), Christian Stoffel, Daniel Tews, Oliver Thießen, Julia Wahlsdorf, Diana Wozniok

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

    Bildergalerie
    Weiterführende Informationen

     



  • August 2011: Dritte Grabungskampagne im römischen vicus von Nettersheim

    In der vierwöchigen Grabungskampagne im vicus von Nettersheim konnten wir am „Steinrütsch“ zentrale Bereiche der römischen Siedlung untersuchen. Der Schwerpunkt lag dieses Jahr am Ostrand des vicus, wo spätestens im 4. Jh. ein großer Werkbereich mit zahlreichen Schmelzöfen zur Eisenerzverhüttung entstand. Das unmittelbar am Urftübergang gelegene Kleinkastell, das vermutlich ab dem späten 3. Jh. die Fernstrasse Köln-Trier kontrollierte, konnte ebenfalls weiter ausgegraben werden. Der Verlauf der Nordmauer und die Position des Nordtores wurden geklärt. Unmittelbar hinter der Umwehrung konnten wir in einer kleinen Sondage auch Reste der Innenbebauung fassen. Ein bereits 2009 bei der geophysikalischen Prospektion entdecktes Hofgebäude (möglicherweise die Station der inschriftlich überlieferten Benefiziarier) wurde ebenfalls durch mehrere Sondagen verifiziert. Es handelt sich um einen Bau mit überdurchschnittlich breiten und massiven Sockelmauern, der mindestens zwei ältere Holzbauphasen aufweist. Beide Holzvorgänger wurden durch Brand zerstört. Die Grabungsergebnisse gehen in die Konzeption eines Archäologischen Landschaftsparkes ein, der derzeit von der Gemeinde Nettersheim in Zusammenarbeit mit dem Landschaftverband Rheinland und dem Archäologischen Institut der Universität zu Köln geplant wird.

    Dozent: Salvatore Ortisi

    Mitarbeiter: Gina Alajmo, Remi Auvertin, Alice Dananai, Sonja Dittebrandt, Michael Drechsler, Michelle Forrest, Yvonne Gebauer, Marie Heitfeld, Mariola Hepa, Matthias Herper, Theresa Jürgens, Achim Koopmann, Marius Linne von Berg, Fabian Riebschläger, Jonas Rosenthal, Jennifer Schamper, Uta Schröder, Andreas Serifis, Heinz Sperling, Ulrike Weyerke.

    In Kooperation mit: Gemeinde Nettersheim, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Rheinisches Landesmuseum Bonn, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln - Labor für Archäobotanik, Institut für Geophysik der Universität zu Köln, Geographisches Institut der RWTH Aachen, Dr. Christian Credner (Luftbilder)



  • August 2011: Dritte Grabungskampagne in Porolissum (Rumänien)

    In diesem letzten Jahr des dreijährigen durch die EU im Rahmen eines Erasmus-Intensivprogramms geförderten Projektes konnten die Grabungen

    im Auxiliarlager auf dem Pometberg abgeschlossen werden. Der Endzustand der Untersuchungen in dem westlich der principia gelegenen unterirdischen Gebäude (C3) wurde in einem 3D-laserscan festgehalten. Der Baubeginn der 7,5 m breiten und 25 m langen Anlage erschließt sich durch ein Bauopfer, bestehend aus einem Spielstein, einem Eisenobjekt (vielleicht eine Kelle), einem halben Rinderunterkiefer und drei Münzen, die einen terminus post quem in die Regierungszeit von Antoninus Pius Zeit ergeben. Diese Zisterne mit südlich daran anschließendem Brunnenhaus wurde mehrfach umgebaut bzw. erneuert und möglicherweise auch nicht durchgehend als Wasserspeicher genutzt; hierauf weisen verschiedene teils nicht wasserresistente Putzfassungen des Raumes hin. In der Verfüllung, die unmittelbar nach dessen Aufgabe in den Bau stürzte, fanden sich reichlich Keramikgefäße, vor allem Trinkgeschirr, sowie zahlreiche rund zugeschliffene Keramikscherben, die im Zusammenhang mit Glas- und Beinjetons sowie zwei Würfeln als Spielsteine zu interpretieren sind. Das Fundmaterial, das charakteristisch für Tavernen ist, stammt vermutlich aus einem Raum über dem Wasserspeicher. Zusätzlich zu den Grabungen konnte durch die ungarischen Projektpartner die geophysikalische Gesamtaufnahme des Kastells abgeschlossen werden.

    Leitung: Thomas Fischer, Constanze Höpken, Manuel Fiedler, Szilamér-Péter Pánczél, Veit Stürmer, Gregor Döhner, István Bajusz, Alpár Dobos, Nicolae Gudea, Christoph Merzenich, Silvia Mustaţă, David Petruţ, Zsolt Vasáros

    Mitarbeit: László Lenkey, Mihály Pethe, Matthias Grote, Stefan Wachsmann, Susanne Jahns

    Teilnehmer: Valentina-Alexandra Ardelean, Funda Askin, Anna Bajusz, Katinka Bajusz, Mátyás Bajusz, Claudiu Barb, Britta Burkhardt, Florin Ciulavu, Levente Daczó, Andrea Dózsa, Henriette Engel, Réka Éva, Marie Grunwald, Orsolya Gyurka, Ella Magdalena Hetzel, Emese Hompoth, Hristina Ivanova, Friedericke Junghanns, Zoltán Katócz, Alexandra Kiss, Lóránd-Tibor Konyelicska, Franziska Kranzel, Nándor Laczkó, Stefania Lalu, Anett László, Franziska Lehmann, Angela Lumezeanu, Daniel Mahlack, Imre Matka, Anitta Mizsur, Jan Müller, Ioan Oprea, Kevin Otten, Koppány Ötvös, Tímea Papp, Izabella-Annamaria Pazsint, Szidónia Péter, Áron Sasvári, Franziska Schmidt, Katalin Sidó, András Szabó, Csaba Szabó, Noémi Székely, Norbert Szeredai, Luisa Taschner, Angelika Walter, Liselotte Wettke, Monique Wittig

    Kooperation: Archäologie der Römischen Provinzen des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln, Winckelmann-Instituts der Humboldt-Universität zu Berlin, Lehrstuhl für Alte Geschichte und Archäologie der Babeş-Bolyai Universität Cluj-Napoca, Fachbereich Konservierung und Restaurierung an der Fachhochschule Erfurt, Matthias Grote Planungsbüro Berlin, Institut für Industrie- und Landwirtschaftsbauplanung der Budapest Universität für Technik und Wirtschaft, Institut für Geophysik der Eötvös Lóránd Universität Budapest, Institut für Archäologie und Kunstgeschichte der Rumänischen Akademie in Cluj-Napoca, Kreismuseum für Geschichte und Kunst Zalău

    Förderung: Erasmus-Intensivprogramm

    Weiterführende Informationen

     



  • August 2011: Zweite Forschungskampagne in Dimal (Albanien)

    Vom 17.7. bis 14.8.2011 fand die zweite und vorerst abschließende Forschungskampagne in der illyrischen Bergsiedlung Dimal statt.

    Die gemeinsam mit dem albanischen Archäologischen Institut in Tirana und in Kooperation mit der Fachhochschule Köln durchgeführte Kampage war äußerst erfolgreich. Auf der Akropolis konnte ein neuer hellenistischer Tempel und weitere öffentliche Bauten nachgewiesen werden, die in einer späten Phase durch einen kleinen Kirchenbau überlagert wurden. Das bereits letztjährig entdeckte Theater wurde mit einer weiteren Sondage im Bereich der Orchestra untersucht. Die erste Sitzreihe mit einfachen Prohedrie-Sesseln fand sich noch in situ. Im Westen des Stadtgebietes konnten die Reste eines monumentalen, nach Apollonia weisenden Stadttores freigelegt werden, das von zwei quadratischen Türmen eingefasst war. Die Bautechnik entspricht der hellenistischen Stadtmauer von Apollonia mit einem Sockel aus Steinquadern und einem aufgehenden Mauerwerk aus gebrannten Ziegeln. Weitere Sondagen betrafen Wohn- und Handwerkerbereiche und die Agora. Ferner wurden die letztjährig begonnenen geophysikalischen Prospektionen fortgesetzt und die Erfassung des gesamten Siedlungsareals mittels Laserscanning abgeschlossen.
    Nach einer vorläufigen Auswertung der Fundkeramik lässt sich ein erstes Bild der Stadtentwicklung skizzieren: Funde des 5./4. Jh.v.Chr. zeigen, dass der Berg ab diesem Zeitpunkt besiedelt war. Vermutlich geht der letztjährig untersuchte Mauerring der Akropolis auf diese frühe Phase zurück. Nach dessen Zerstörung kommt es ab der Wende vom 3. zum 2. Jh.v.Chr. zu einem umfassenden Neubauprogramm, bei dem sämtliche Bauten der Akropolis, das Theater und die neue, wesentlich größere Stadtmauer errichtet wurden. Die Akropolis wird mit großen Terrassierungen überformt, wobei die älteren Siedlungsreste weitgehend zerstört worden zu sein scheinen. Diese Beobachtungen sind vor dem Hintergrund der historischen Überlieferung zu sehen, wonach Dimal im 1. Makedonischen Krieg nach einwöchiger Belagerung von Rom (219 v.Chr.) erobert wurde. Möglicherweise geht die Zerstörung der älteren Akropolismauer auf dieses Ergeignis zurück, während sich die große Neubauphase unter römischer Herrschaft vollzieht. Dimal scheint hierbei aufgrund seiner wichtigen strategischen Rolle - zusammen mit Apollonia - mittels einer neuen Stadtmauer befestigt worden zu sein, was als gezielte Sicherungsmaßnahme gegen Makedonien zu verstehen ist. Die Blütezeit der Stadt ist im 2. und frühen 1. Jh.v.Chr. In diesem Zeitraum findet ein intensiver Handelskontakt mit Apollonia und Süditalien statt, von wo in großer Zahl Feinkeramik bzw. Weinamphoren importiert werden. Interessanterweise brechen ab augusteischer Zeit jegliche Siedlungsspuren ab; es scheint als sei die Stadt innerhalb eines kurzen Zeitraums, vielleicht in einem gezielten Vorgang verlassen worden. Die nun anstehende Auswertung der Grabungsdaten wird zeigen, inwieweit sich dieses vorläufige Bild weiter festigen und verfeinern lässt.

    Leitung: Michael Heinzelmann, Belisa Muka, Norbert Schöndeling
    Koordination: Manuela Broisch, Jost Broser
    Teilnehmer: Lisa Berger, Johanna Fuchs, Sabrina Geyermann, Dorothee Heinzelmann, Maria Heitkamp, Peter Knösel, Jacqueline Lauper, Ariol Porja, Paulin Pushimaj, Marc Rappe, Mareike Röhl, Rita Sardak, Christiane Römer-Strehl, Christian Schöne, Janine Seidel, Ruth Stiefelhagen, Blerina Toçi, Klodian Velo, Ilir Zaloshnja, Alketa Zejnati
    Kooperation: Archäologisches Institut Tirana, Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege Fachhochschule Köln
    Förderung: RheinEnergie Stiftung

    Bildergalerie
    Weiterführende Informationen

     



  • Juli 2011: Domus Aurea (Rom): Georadar-Untersuchungen

    In Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut und der Soprintendenza di Roma wurden die letztjährig begonnen Prospektionen in der Domus Aurea fortgesetzt. In allen zugänglichen Räumen der westlichen Gebäudehälfte wurden Untersuchungen mittels Georadar durchgeführt. Hierbei zeichneten sich in mehreren Bereichen in einer Tiefe zwischen 1-3 Meter Mauerlineamente der Vorgängerbebauung ab, die bei der Anlage der Domus Aurea einplaniert wurde.

     

     

    Teilnehmer: Manuela Broisch, Michael Heinzelmann, Janine Seidel, Stefanie Steidle
    Kooperation: Deutsches Archäologisches Institut Rom, Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Roma

     



  • Juli 2011: Magnetometer-Survey Villa dei Quintilii (Rom)

    In Kooperation mit der Soprintendenza Speciale per i Beni Archaeologici di Roma fand vom 11. bis 15. Juli 2011 eine erste geophysikalische Testkampagne im Bereich der Villa dei Quintilii statt. Die Arbeiten konzentrierten sich auf den Bereich zwischen Via Appia und den großen Thermen. Zum Einsatz kam das viersensorige Caesium-Magnetometer. Die Untersuchungen erbrachten den überraschenden Nachweis eines tieferliegenden großen Vorgängerbaus mit abweichender Orientierung, bei dem es sich möglicherweise um eine ältere Villenanlage handeln könnte.

    Teilnehmer: Manuela Broisch, Michael Heinzelmann, Matthias Nieberle, Janine Seidel, Steffy Steidle

    Kooperation: Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Roma

     



  • Mai 2011: Prospektionen in Vlatten

    In Kooperation mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege fanden im Mai geophysikalische Prospektionen in einer mutmaßlichen karolingischen Königspfalz bei Vlatten statt.

    An mehreren Prospektionstagen wurden Messungen mittels Magnetometrie, Georadar und elektrischer Widerstandsmessung durchgeführt.

     

    Teilnehmer: M. Broisch, M. Buess, D.-M. Gluba, S. Steidle, P. Welle

    Förderung: LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

    Kooperation: LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Abt. Vor- und Frühgeschichte der Universität Bonn

     



  • Mai 2011: Frühjahrskampagne in Amiternum (Abruzzen)

    Im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts in Amiternum fand vom 27.4. bis 15.5. eine weitere geophysikalische Prospektionskampagne statt.

    Schwerpunkte bildeten Magnetik und elektrische Widerstandsmessungen im Bereich der früheren Bergsiedlung von S. Vittorino sowie das Suburbium, wo zwei Villen prospektiert werden konnten.

    Teilnehmer: M. Buess, M. Heinzelmann, Ch. Stoffel, S. Geisseler

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

    Kooperation: Soprintendenza Archeologica per l'Abruzzo

    Weiterführende Informationen

     



  • Februar 2011: CERAMALEX - Neues DFG-ANR Projekt zur ägyptischen Keramik

    Im Rahmen des DFG-ANR Sonderprogramms zur Förderung deutsch-französischer Kooperationen unternimmt das Archäologische Institut Köln zusammen mit dem Centre d'Études Alexandrines ein interdisziplinäres Projekt zur Erforschung und Erschließung hellenistischer und römischer Keramik aus Ägypten. Ausgehend von der stratifizierten Fundkeramik aus jüngeren deutsch-französischen Grabungen in Alexandria, Schedia und Marea sollen systematische keramologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt werden. Die Ergebnisse werden über eine internetfähige Referenzdatenbank zugänglich gemacht und dienen als Grundlage für weiterführende wirtschaftshistorische Fragestellungen. Das von einem größeren Verbund beteiligter Wissenschaftler getragene Projekt wird jeweils hälftig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Agence Nationale de la Recherche getragen und ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

    Leitung:  Michael Heinzelmann, Marianne Bergmann, Jean-Yves Empereur, Pascale Ballet

    Kooperation: Centre d'Études Alexandrines (Alexandria), Maison de l'Orient et de la Méditerranée (Lyon), Institut Francais d'Archéologie Orientale (Kairo), Institut für Archäologische Wissenschaften, Abt. II Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen sowie Hilfswissenschaften der Altertumskunde (Univeristät Frankfurt)

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Agence Nationale de la Recherche

     



  • Dezember 2010: Google European Digital Humanities Awards

    Datenstrukturen von Google Book's Ancient Places and Sites

    Google hat der Universität zu Köln zwei Preise für exzellente Digitalisierungsprojekte überreicht. 
    Je 50.000 US $ gingen an Projekte der Professoren Reinhard Förtsch (CoDArchLab - Arachne) und Manfred Thaller (HKI - Monasterium).

    Ziel des aktuellen Projektes von Professor Förtsch ist die Validierung von Datenstrukturen der bereits von Google geförderten Vorhaben Google Books' Ancient Places and Sites, die an den Universitäten Berkely, Princeton und der Open University von Southampton angesiedelt sind. 

    Schema zur Validierung von ortsbezogenen Daten

    Der „Google European Digital Humanities Awards“ wurde für Projekte ausgeschrieben, in denen geisteswissenschaftliche Fächer in besonderer Weise moderne Informationstechnik nutzen. Insgesamt wurde der Preis zwölfmal verliehen, die Universität zu Köln hat als einzige europäische Universität zwei der Auszeichnungen bekommen.

    Beitrag in DRadio Wissen vom 11.01.2011

    More researchers dive into the digital humanities (Google Blogpost vom 20.12.2010)

     



  • Dezember 2010: Geophysikalische Prospektionen in Chimtou (Tunesien)

    Vom 10. bis 21. November 2010 führte die Arbeitsgruppe 'Geophysikalische Prospektionen' in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut Rom und dem Institut National du Patrimoine großflächige Surveys in der numidisch-römischen Stadt Simitthus / Chimtou durch, welche für den in großem Stil betriebenen Abbau des 'marmor numidicum' oder 'giallo antico' bekannt war. Prospektiert wurde die Umgebung des sogenannten Arbeitslagers sowie Teile des Stadtgebiets. Zum Einsatz kamen Magnetometrie, elektrische Widerstandsmessung und Geoaradar, die teilweise hervorragende Ergebnisse erbrachten. Insbesondere mit Hilfe der Magnetometrie konnten Straßen und Gebäudekomplexe detailliert nachgewiesen werden, stellenweise bis hin zur Erfassung einzelner Raumstrukturen.

    Die Ergebnisse liefern neue Aufschlüsse zur Ausdehnung und Struktur der Lagerinstallationen und des Siedlungsareals.

    Leitung: Philipp von Rummel (DAI Rom), Manuel Buess (AI Köln, Leitung Prospektionen) 

    Teilnehmer: Manuela Broisch, Matthias Nieberle, Marc Rappe, Paul Scheding, Janine Seidel, Ruth Stiefelhagen. 

    Kooperation: Deutsches Archäologisches Institut Rom, Institut National du Patrimoine Tunis

    Weiterführende Informationen

     



  • November 2010: DFG-Verlängerung Amiternum-Projekt

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat einer Verlängerung des Amiternum-Projekts um weitere 30 Monate zugestimmt. Die zweite Projektphase beginnt ab dem 1. Januar 2011 und konzentriert sich primär auf die Erforschung der älteren Bergsiedlung und der umgebenden Villen und Vici. Einen weiteren Schwerpunkt sollen geoarchäologische Untersuchungen bilden.

    Leitung: Michael Heinzelmann
    Mitarbeiter: Manuel Buess
    Kooperation: Soprintendenza per i Beni Archaeologici dell'Abruzzo, Universität Mainz, Universtität Bern
    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
    Weiterführende Informationen



  • Oktober 2010: DFG-Projekt zur Landnutzung im Umfeld eines römischen „Industriereviers“ (Segbachtal)

    Interdisziplinäre Studien im Umfeld des antiken Steinbruchgebietes und Töpferzentrums bei Mayen (Landkreis Mayen-Koblenz)

    In dem Gebiet zwischen Andernach am Rhein und Mayen am Rande der Eifel bestand eines der großen Abbaureviere für mineralische Rohstoffe im Nordwesten des Römischen Reiches: Mühlsteine aus Basaltlava und Bausteine aus Tuff waren Jahrhunderte lang regelrechte Exportschlager, die ihre Abnehmer in der Schweiz ebenso wie in England und Skandinavien fanden.

     

    Leitung: Prof. Dr. Thomas Fischer, Dr. Dr. Axel von Berg, Dr. Holger Schaaff

    Mitarbeiter: Dr. Martin Grünewald und Dr. Stefan Wenzel

    Kooperationen: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesarchäologie Koblenz, Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) - Forschungsbereichs Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte in Mainz und Mayen, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, Abt. Geophysik Wien, Geographisches Institut der Johannes Gutenberg Universität Mainz, i3mainz – Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik, i3mainz der Fachhochschule Mainz, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln

    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

    Weiterführende Informationen

     



  • Oktober 2011: Erste Forschungskampagne in Dimal (Albanien)

    Vom 20.9. bis 17.10.2010 fand in Kooperation mit dem Archäologischen Institut Tirana eine erste Forschungskampagne in der illyrischen Bergstadt Dimal im Hinterland von Apollonia (Albanien) statt.

     Ziel dieses von der RheinEnergie Stiftung geförderten Projektes ist es, einen Beitrag zur Klärung der Siedlungsgeschichte dieses vom Stamm der Parthini bewohnten Ortes zu leisten und zugleich die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der griechischen Kolonie und ihrem illyrischen Hinterland zu untersuchen.
    Durchgeführt wurden ausgedehnte geophysikalische Prospektionen (Magnetometrie, Widerstandsmessung, Georadar), ein Intensiv-Survey an ausgewählten Stellen der Siedlung sowie gezielte stratigraphische Sondagen. Untersucht wurden u.a. zwei bereits bei früheren Grabungen der 1970er Jahre freigelegte Stoai und eine massive Befestigungsanlage der Akropolis. An deren Westseite wurde ein bislang unbekanntes Theater angeschnitten, dessen Sitzstufen noch weitgehend erhalten sind. Die vorläufige Auswertung der Keramik legt nahe, dass die Siedlung ihren Höhepunkt im 4.-2. Jh.v.Chr. erlebte, mit einer reduzierten Nachbesiedlung bis in frührömische Zeit. Vereinzelte Funde zeigen, dass der Berg bereits in prähistorischer Zeit besucht wurde.
    Parallel zu diesen Untersuchungen richtete das Institut für Geodäsie der Fachhochschule Köln ein Vermessungsnetz ein. Ferner führte das Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege der Fachhochschule Köln eine umfassende Dokumentation der sichtbaren und neu freigelegten Baustrukturen mittels Laserscanning durch. Zugleich wurde die Oberfläche des Berges gescannt, um hieraus ein hochauflösendes digitales Geländemodell zu erarbeiten.

    Leitung: Michael Heinzelmann, Belisa Muka, Knud Sauermann, Norbert Schöndeling
    Koordination: Ines Klenner, Jost Broser
    Teilnehmer: Manuela Broisch, Manuel Buess, Daniel Burger, Vera Damen, Nina Fenn, Sabrina Geyermann, Dan-Marvin Gluba, Maria Heitkamp, Peter Knösel, Jacqueline Lauper, Marc Rappe, Finn Schreiber, Ruth Stiefelhagen, Hülya Vidin, Elton Xheka, Alketa Zejnati, Jörg Zemke
    Kooperation: Archäologisches Institut Tirana, Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege Fachhochschule Köln, Institut für Geodäsie Fachhochschule Köln
    Förderung: RheinEnergie Stiftung
    Weiterführende Informationen



  • September 2010: Neues Kooperationsprojekt 'Fundmünzen Xanten'

    Auf Initiative des Archäologischen Parks Xanten wurde mit dem 15. September ein neues Kooperationsprojekt zur numismatischen Bearbeitung der römischen Fundmünzen aus Xanten begonnen. Ziel ist die vollständige Aufarbeitung und monographische Vorlage dieses umfassenden Münzbestandes. Das Vorhaben ist zunächst auf 18 Monate angelegt und findet in Kooperation mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege Bonn und dem DAI, Römisch-Germanische Kommission in Frankurt statt. Verantwortlicher Mitarbeiter ist Herr Dr. Holger Komnick.

    Leitung: Martin Müller, Michael Heinzelmann
    Mitarbeiter: Holger Komnick
    Kooperation: Archäologischer Park Xanten, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Römisch-Germanische Kommission Frankfurt
    Förderung: Archäologischer Park Xanten



  • August 2010: Albano (Italien): Georadar-Untersuchungen in Albano

    In Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut Rom wurden vom 15. bis 18. August von der Arbeitsgruppe 'Geophysikalische Prospektionen'. im severischen Legionslager von Albano (Rom) weitere geophysikalische Prospektionen durch. Zum Einsatz kam das Georadar GSSI SIR-3000 mit dessen Hilfe diverse Lagerbauten und Gassen nachgewiesen werden konnten.
    Teilnehmer: Alexandra Busch, Manuela Broisch, Matthias Nieberle, Paul Scheding
    Kooperationen: Deutsches Archäologisches Institut Rom
    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

     



  • August 2010: Neues DFG-Projekt 'Nekropolen von Pergamon' bewilligt

    Im Rahmen eines vom Deutschen Archäologischen Institut Istanbul initiierten Programms zur Untersuchung der Nekropolen von Pergamon engagiert sich das Archäologische Institut Köln mit einem Teilprojekt zur Aufarbeitung und monographischen Vorlage der Funde und Befunde aus älteren Grabungskontexten. Die auf zwei Jahre angelegte Studie wird von Frau Dr. Ute Kelp durchgeführt und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.

    Leitung: Michael Heinzelmann, Felix Pirson
    Mitarbeiter: Ute Kelp
    Kooperation: Deutsches Archäologisches Institut Istanbul
    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft



  • August 2010: Fünfte Sommerkampagne in Amiternum/Abruzzen


    Im Rahmen des vom Schweizer Nationalfonds finanzierten Forschungs- und Lehrpojekts zur Untersuchung von Amiternum (Abruzzen) konnte im August 2010 eine vierwöchige Kampagne durchgeführt werden.

    Beteiligt waren 22 Studierende sowie vier Dozierende aus Köln und Bern. Es erfolgten weitere geophysikalische Prospektionen in verschiedenen Bereichen der Stadtgebietes und seiner Peripherie.

    In vier stratigraphischen Sondagen wurden ausgewählte urbanistische Punkte untersucht: das Forum mit der westlich anschließenden Basilika, deren bis zu 8 m hoch erhaltene Außenmauer in Versturzlage auf dem Plattenpflaster angetroffen wurde, eine vom Forum nach Südosten abzweigende Ausfallstraße mitsamt flankierender Bebauung, eine den letztjährig ergrabenen Podientempel umfassende Portikus sowie die Via Caecilia am Südende des Siedlungsgebiets. Die Ergebnisse der Kampagne 2010 waren äußerst vielfältig und leisten einen wichtigen Beitrag zur Rekonstruktion der Siedlungsgeschichte von Amiternum.

    Dozierende: Margrit Balmer, Manuel Buess, Michael Heinzelmann, David Jordan
    Teilnehmer: Lisa Berger, Manuela Broisch, Vera Damen, Johanna Fuchs M.A., Dan-Marvin Gluba, Maria Heitkamp, Simon Kaufmann, Jacqueline Lauper, Shabnam Moshfegh Nia, Matthias Nieberle, Amela Puskar, Marc Rappe, Alexander Recht, Marcel Riedel, Mareike Röhl, Margarita Sardak, Julia Schmidt, Christian Schöne, Janine Seidel, Steffy Steidle, Benoit Thierry MSc, Patrick Welle.
    Kooperation: Soprintendenza Archeologica per l'Abruzzo
    Förderung: Schweizer Nationalfonds


    Weiterführende Informationen



  • September 2010: Zweite Grabungskampagne in Nettersheim/Eifel

    Die 2009 begonnenen Untersuchungen im römischen vicus von Nettersheim wurden 2010 fortgesetzt. Die sechswöchige Ausgrabung wurde vom Landschaftsverband Rheinland, der Gemeinde Nettersheim und dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege gefördert. Neben 18 Studierenden wurde das Grabungsteam von Schülerpraktikanten und ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Ein großer Erfolg war ein von der Gemeinde Nettersheim organisiertes dreitägiges „Grabungscamp“, in dem interessierte Laien mit der Arbeit von Archäologen vertraut gemacht wurden. Neben den Ausgrabungen in zwei verschiedenen Bereichen des vicus konnten wir dieses Jahr erstmals auch Fundstellen im ländlichen Umland der römischen Siedlung aufnehmen.

    Ein Schwerpunkt der Untersuchungen lag im Bereich des spätantiken Kleinkastells im „Steinrütsch“, dessen vorzüglich erhaltene Umwehrung und Innenbebauung freigelegt werden konnte. Nur wenig entfernt konnten wir auch einen zweiten, bereits 2009 im Magnetbild erfassten Turmbau (burgus) anschneiden, dessen Mauerreste von zahlreichen Eisenverhüttungsöfen überlagert waren. Die im gesamten Areal angetroffenen großen Mengen an Eisenschlacke und Asche belegen den enormen Umfang der hier betriebenen Eisenproduktion. Der zweite Grabungsschwerpunkt galt dem Matronenheiligtum auf der „Görresburg“. Hier konnten wir unter den modern rekonstruierten Tempelbauten zahlreiche, fast fundleere und nur mit Asche verfüllte, Opfergruben und –gräben einer älteren Nutzungsphase dieses Kultbezirks untersuchen.
    Die Grabungen im vicus von Nettersheim und die Aufnahme der römischen Fundstellen in dessen Umland haben einen wesentlichen Einblick in die wirtschaftlichen Strukturen dieses Kleinraums erbracht. Mit den Untersuchungen im spätantiken Kleinkastell lassen sich nun auch erste Aussagen zur Funktion dieses unmittelbar am Urftübergang angelegten Militärstützpunktes machen. Mit den frühkaiserzeitlichen Opfergruben auf der Görresburg fassen wir zudem eine bisher noch unbekannte frühe Phase des für den Köln-Bonner-Raum so bedeutenden Matronenkultes.

    Leitung: Salvatore Ortisi
    Mitarbeiter: Gina Alajmo, Sonja Dittebrandt, Michelle Forrest, Mariola Hepa
    Teilnehmer: Frederike Albers, Michael Drechsler, Johanna Fuchs, Marie Heitfeld, Theresa Jürgens, Oliver Karger, Christoph Lindner, Marc Rappe, Fabian Riebschläger, Daniel Rößner, Jennifer Schamper, Uta Schröder, Andreas Serifis, Heinz Sperling, Ulrike Weyerke
    Ehrenamtliche Mitarbeiter: Maja Bremen, Christian Credner, Paul Irmen, Felizius Poth
    Praktikanten: Jennifer Hehs, Markus Kreller
    Kooperation/Förderung: Gemeinde Nettersheim; LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Nideggen und Abteilung Prospektion.


    Weiterführende Informationen



  • März 2010: Colonia 3D - Virtuelles Modell des römischen Köln abgeschlossen

    Das in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Köln und dem Römisch-Germanischen Museum in Köln erarbeitete virtuelle Stadtmodell des antiken Köln COLONIA3D wurde nach einer weiteren Bearbeitungsphase vorläufig abgeschlossen.

     Es wird seit dem 18.3.2010 in der Landesausstellung "FUNDGESCHICHTEN. Archäologie in Nordrhein-Westfalen" im Römisch-Germanischen Museum Köln der Öffentlichkeit präsentiert. Im kommenden Jahr wandert es mit der Ausstellung in das Landesmuseum Herne (19.4.-20.11.2011).

    Leitung: Michael Eichhorn, Jürgen Döllner, Hansgerd Hellenkemper, Henner von Hesberg, Michael Heinzelmann, Thomas Otten
    Mitarbeitende: Janine Lehmann, Rafael Pokorski, Alfred Schäfer, Salvatore Ortisi
    Kooperation: Fachhochschule KölnRömisch-Germanisches Museum der Stadt Köln
    Förderung: RheinEnergie Stiftung



  • April 2010: Apollonia (Albanien): Geophysikalische Prospektionen

    Vom 20. März bis 9. April führte das Prospektionsteam des Archäologischen Instituts Köln in der im 6. Jh.v.Chr. gegründeten griechischen Hafenstadt Apollonia (Albanien) eine erste großflächige Testkampagne mit verschiedenen geophysikalischen Messmethoden durch.

    Zum Einsatz kamen Magnetometrie, elektrische Widerstandsmessung und Georadar. Die Arbeiten konzentrierten sich auf die südliche Unterstadt sowie das Umfeld des Theaters.

    Besonders effizient erwies sich die elektrische Widerstandsmessung bei der ein orthogonales Straßenraster sowie Details der Insulabebauung nachgewiesen werden konnten. Es zeigte sich, dass der Bereich der Unterstadt in ungewöhnlich großen Streifeninsulae (ca. 60 x 155 m) gegliedert war. Die orientierungsgebende Hauptachse bildet eine deutlich breitere Verbindungsstraße zwischen Hafentor und Agora. Die Arbeiten wurden durch die Fritz Thyssen Stiftung gefördert und erfolgten in Kooperation mit dem Archäologischen Institut Tirana und dem Deutschen Archäologischen Institut Rom.

    Teilnehmer: Manuel Buess, Manuel Fiedler, Michael Heinzelmann, Ines Klenner, Bashkim Lahi, Jacqueline Lauper, Stefanie Steidle, Janine Seidel
    Kooperationen: Archäologisches Institut Tirana; Deutsches Archäologisches Institut Rom
    Förderung: Fritz Thyssen Stiftung



  • April 2010: Ägypten: Geoarchäologische Untersuchungen und Keramikkampagne in Schedia

    Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts mit der Universität Göttingen zur urbanistischen Untersuchung der ptolemäisch-römischen Hafenstadt Schedia bei Alexandria, fanden vom 26. Februar bis 13. April 2010 weitere Arbeiten statt.

    Zum einen wurden in Kooperation mit der Universität Al Mansoura im Bereich des wahrscheinlichen Hafenbeckens (zwischen Kom el-Nashwa und Kom el-Sherif) weitere Bohrungen für nachfolgende Sedimentanalysen durchgeführt.


    Zum anderen fand eine weitere Keramikaufarbeitungskampagne statt, bei der sowohl die Altfunde aus den ägyptischen Grabungen als auch die Keramik weiterer Sondagen der neuen Grabungen analysiert und erfasst werden konnten.

    Leitung: Marianne Bergmann, Michael Heinzelmann,Mitarbeitende: Archer Martin, Christiane Römer-Strehl, Manuel Buess, Hosni Ghazala, Raffaele Palma
    Studierende: Verena Annette Hartmann, Sebastian Held, Johanna Fuchs, Roberta Buccione, Rossella Bellan, Ida Auriemma, Sarah Guarino, Rita Esposito, Anna Maraucci, Andrew Donnelly
    Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
    Weitere Informationen: Schedia-Projekt

     



  • November 2009: Steincheshof. Neues römisches Militärlager bei Kalkar entdeckt

    Nördlich von Kalkar wurde im Rahmen einer Übung für Studierende mittels geophysikalischer Prospektionen ein bislang unbekanntes Militärlager entdeckt. Die in römischer Zeit unmittelbar am Rhein gelegene Ortslage ist bereits seit dem 19. Jh. als römische Fundstelle bekannt.

    Das Areal wurde nun flächendeckend mittels Magnetometrie, Geoelektrik und Georadar untersucht. Das Magnetogramm (Ausschnitt rechts) lässt deutlich die in mehreren Phasen entstandene Umwallung sowie die Binnenbebauung erkennen. Die in Zusammenarbeit mit der Außenstelle Xanten des Amts für Bodendenkmalpflege durchgeführte Untersuchung erfolgte im Rahmen des neu am Archäologischen Institut aufgebauten Arbeitsschwerpunkts 'Geophysikalische Prospektionen'.

    Leitung: Manuel Buess, Michael Heinzelmann, Matthias Nieberle

    Studierende: Lisa Berger, Manuela Broisch, Johanna Fuchs, Jennifer Gayk, Verena Annette Hartmann, Diana Haugrund, Maria Heitkamp, Jacquiline Klitzsch, Tatjana Rahn, Marc Rappe, Hülya Vidin
    Kooperation: LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Außenstelle Xanten

     



  • September 2009: Geophysikalische Prospektionen in Minturnae, Albano und in der Domus Aurea

    Im Auftrag des Deutschen Archäologischen Instituts Rom führte ein Team des Kölner Instituts im September 2009 an verschiedenen Orten in Italien geophysikalische Prospektionen (Magnetometrie, elektrische Widerstandsmessung und elektrische Widerstandstomographie) durch. 

    Den Auftakt bildete die Untersuchung des Forums von Minturnae und seiner umgebenden Bereiche.

    Es folgten Prospektionen im ehemaligen severischen Militärlager von Albanum. Den Abschluss bildeten Untersuchungen auf und in der Domus Aurea.


    Teilnehmer: Manuel Buess, Verena Annette Hartmann, Michael Heinzelmann, Michaela Löwe, Matthias Nieberle, Steffy Steidle, Ruth Stiefelhagen
    Kooperation/Förderung: Deutsches Archäologisches Institut Rom



  • August 2009: Zweite Grabungskampagne im Südvicus von Straubing

    Die diesjährige Kampagne der Lehrgrabung im Südvicus von Sorviodurum konzentrierte sich auf die Untersuchung des Umfeldes um den im letzten Jahr freigelegten Apsisbau. Nördlich wurde unter einer Brandschicht ein Erdkeller freigelegt, aus dem verschiedene Keramik- und Glasgefäße geborgen wurden, außerdem einige Tierknochen: ein gelochtes Schulterblatt und halbierte Schweinunterkiefer als charakteristische und lagerfähige Produkte einer Räucherei.
    Das Fundensemble spricht für die Interpretation eines Vorrats- und Lagerkellers. Westlich des Apsidialbaus wurde ein Bauschuttpakt aus gelbem Lehm, großstückig zerbrochenen Ziegeln mit Brandspuren und großen Fragmenten von bemaltem Wandputz angeschnitten, das vermutlich von einer Zerstörung des Baus herrührt. Anhand der Funde lässt sich die aufgehende Wand rekonstruieren: Auf dem Steinsockel saß eine Fachwerkkonstruktion, deren Gefache mit gelbem Wandlehm ausgefüllt waren. Innen war die Wand mit einem etwa 8 cm dicken bemalten Putz versehen. Die Dachdeckung des Raumes bestand aus tegulae und imbrices. Dieser Bau, der scheinbar isoliert steht, war vermutlich in einen größeren Gebäudekomplex in Holzbauweise integriert, vielleicht ein Badegebäude oder ein Wohnhaus.

    Dozierende: Thomas Fischer, Constanze Höpken
    Teilnehmer: Daniel Bogumil, Boris Burandt, Chris Jülke, Frederik Kirch, Ronja Baues, Veronika Fischer, Isnije Gashi, Marie Heitfeld, Elisabeth Krieger, Jennifer Schamper, Uta Schröder, Josephin Sczcepanski, Sebastian Held
    Kooperation/Förderung: Gäubodenmuseum/Stadtarchäologie Straubing
    Weiterführende Informationen



  • August 2009: Vierte Sommerkampagne in Amiternum/Abruzzen

    Im Rahmen des längerfristigen Forschungs- und Lehrpojekts zur Untersuchung der römischen Landstadt Amiternum (Abruzzen) konnte im August 2009 eine weitere vierwöchige Kampagne durchgeführt werden. Beteiligt waren 19 Studierende sowie 5 Dozierende aus Köln und Bern. Es erfolgten weitere geophysikalische Prospektionen in verschiedenen Bereichen des Stadtgebiets sowie bei einer Villa suburbana nördlich des Theaters.

    Verschiedene stratigraphische Sondagen galten u.a. der Untersuchung der großen Domus südlich des Theaters sowie einem neu entdeckten Podientempel. Die Kampagne erfolgte unter erschwerten Bedingungen: aufgrund des schweren Erdbebens in L'Aquila musste das Team in Zelten campieren. An Wochenenden erfolgten Exkursionen, u.a. zur Villa Hadriana.

    Dozierende: Margrit Balmer, Manuel Buess, Sebastien Denervaud, Michael Heinzelmann, David Jordan
    Teilnehmer: Dagmar Albus, Manuela Broisch, Vera Damen, Buket Denervaud, Britta Esser, Heinz Flückiger, Verena Annette Hartmann, Simon Kaufmann, Michaela Löwe, Irene Mathys, Matthias Nieberle, Patrick Pütz, Marc Rappe, Louise Rokohl, Marlene Scholz, Janine Seidel, Steffy Steidle, Ruth Stiefelhagen, Reto Witschi, Hülya Vidin
    Kooperation: Soprintendenza Archeologica per l'Abruzzo
    Förderung: Schweizer Nationalfonds
    Weiterführende Informationen



  • Mai 2009: Römisches Siedlungszentrum und spätantike Kleinfestung in der Eifel bei Nettersheim

    In Nettersheim konnte im Rahmen einer geophysikalischen Prospektionsübung an zwei verschiedenen, mehrere hundert Meter auseinander liegenden Fundstellen („Görresburg“ und „Steinrütsch“) eine große römische Siedlung (vicus) entdeckt werden. Der Fundplatz ist zwar seit 100 Jahren bekannt, wurden bisher aber noch nicht intensiver untersucht.

    Im Mai und Oktober kamen auf dem über 15 ha großen Gelände Magnetometrie und Geoelektrik zum Einsatz, die beide ausgezeichnete Ergebnisse erbrachten. Deutlich sind entlang der römischen Fernstrasse von Köln nach Trier die langrechteckigen Grundrisse zahlreicher römischer „Streifenhäuser“ zu erkennen. Die große Bedeutung der römischen Siedlung zeigt sich auch in den auf den Magnetikbildern deutlich erkennbaren spätantiken Kleinfestungen (burgi), die im 4. Und 5. Jahrhundert den strategisch wichtigen Urftübergang sicherten. Eine erste Testgrabung konnte im August durchgeführt werden. Sie hat die hervorragenden Messergebnisse bestätigt und brachte erste Aufschlüsse zur Datierung der Befunde.

    Leitung Prospektionen: Manuel Buess, Matthias Nieberle, Salvatore Ortisi
    Teilnehmer Prospektionen: Michael Drechsler, Johanna Fuchs, Ricarda Giljohann, Marie-Hélène Grunwald, Verena Annette Hartmann, Marie Heitfeld, Mieke Jansen, Theresa Jürgens, Oliver Karger, Alexandra Kunisch, Andreas Laszig, Jost Mergen, Rob Price, Eva Rucinski
    Leitung Grabung: Michelle Forrest, Mariola Hepa, Salvatore Ortisi
    Teilnehmer Grabung:Gina Alajmo, Dan-Marvin Gluba, Theresa Jürgens, Oliver Karger, Alexandra Kunisch, Marc Rappe, Heinz Sperling, Ulrike Weyerke
    Kooperation: Gemeinde Nettersheim; LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Nideggen und Abteilung Prospektion.
    Weiterführende Informationen



  • März 2009: Prospektionskampagne in der Oase Siwa/Ägypten

     

    Im Rahmen eines Projekts zur Untersuchung der Siedlungs-, Umwelt- und Wirtschaftsgeschichte des Zeytun-Sees in der Oase Siwa (Ägypten) fand im März 2009 eine erste Vorkampagne statt. In den beiden hellenistisch-römischen Orten Al-Zeytun und Abu Shuruf wurden geophysikalische Prospektionen (Magnetometrie) durchgeführt, die neben Satellitenaufnahmen einen ersten Einblick in die Siedlungsstruktur erlauben. Teilweise konnten überirdisch erhaltene Gebäude, darunter ein Grabbau und zwei Wohnhäuser zeichnerisch dokumentiert werden. Die Kampagne wurde von der Fritz-Thyssen-Stiftung finanziert.

    Teilnehmer: Manuel Buess, Michael Heinzelmann, Matthias Nieberle, Steffy Steidle, Christian Stoffel
    Kooperation: Supreme Council of Antiquities
    Förderung: Fritz Thyssen Stiftung
    Weiterführende Informationen